Dekubitus-Risiko steigt bei PEG-Sonde

Die Ernährung durch eine PEG-Sonde verdoppelt nahezu das Risiko für Dekubitus. Dieses Studienergebnis fanden Forscher an der Brown University in Providence heraus, die den Zusammenhang von Dekubitus und künstlicher Ernährung untersuchten. Für das Forschungsprojekt wurden die Akten von Demenz-Patienten analysiert, die sich in Pflegeheimen befanden. Neben dem erhöhten Risiko, an Dekubitus zu erkranken, wurde auch beobachtet, dass Druckulzera bei künstlich ernährten Personen schlechter verheilen als bei Menschen, die noch gefüttert werden. Für die Studie wurden ähnliche Patientengruppen untersucht, die sich nach Möglichkeit nur über die Form der Ernährung unterschieden.

Die 1124 Patienten, denen eine Sonde angelegt wurde, war vor der Studie kein Dekubitus diagnostiziert worden. Bereits nach 25 Tagen wurden bei 36 Prozent der Untersuchten Druckulzera im zweiten Stadium oder höher festgestellt. Auch die Anzahl der Dekubitalulzera (viertes Stadium) war bei den künstlich ernährten Patienten deutlich höher. Bei den 2082 Patienten, die nicht künstlich ernährt wurden, konnte nur bei etwa 20 Prozent Dekubitus festgestellt werden. Im umgekehrten Fall – bei den Menschen (461 mit Sonde, 754 ohne Sonde), die bereits vor der Studie an Dekubitus litten – konnte eine leichte Verbesserung der Krankheit festgestellt werden. Die Besserung war bei den Patienten ohne PEG-Sonde stärker zu verzeichnen.

Dieses Ergebnis der Studie zeigt, dass die Ernährung durch eine PEG-Sonde bei der Behandlung von Dekubitus wirkungslos ist. Außerdem ist sie dem Ergebnis zufolge sogar schädlich für den Patienten, wenn man die Studie im Einzelnen genauer betrachtet. Die Studie wurde mit dem Hinweis kommentiert, dass man bei einem Patienten mit Dekubitalulzera die Ernährung mit einer PEG-Sonde nicht zur Anwendung kommen dürfte, weder zur Vorbeugung noch zur Behandlung der Geschwüre.

Die geistigen Köpfe der Studie sehen zwei mögliche Ursachen für die schlechtere Heilung und das verstärkte Auftreten der Druckgeschwüre bei künstlicher Ernährung durch eine Sonde. Zum einen müssen Patienten oft fixiert oder zumindest immobilisiert werden, damit sie die Sonde nicht aus eigenem Antrieb wieder entfernen. Zum anderen kann die Sondennahrung auch eine Ursache für Diarrhö darstellen. Diese begünstigt das Dekubitusrisiko erheblich.

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