Bauchgefühl – der Magen

Blähungen und Probleme im Oberbauch sind meistens harmlos, aber lästig. Der Magen macht ja auch einiges mit. Vom Frühstück bis zur Abendmahlzeit knetet der “ dehnbare Muskelsack “ Nahrung zu Brei. Pro Tag helfen ihm drei Liter säurehaltiger Magensaft dabei, feste Nahrung in kleinste Teilchen zu zerkleinern. Etwa ein bis vier Stunden verbleibt das Verspeiste in diesem Bereich des Verdauungssystems, dann wird es in kleinen Mengen weiter in Richtung Darm transportiert. Normalerweise bewältigt der Magen diese Arbeit ohne zu grummeln; treten aber Magendrücken, Blähungen, Oberbauchschmerzen oder Völlegefühl auf, kann das verschiedene Ursachen haben. Häufig sind es funktionelle Beschwerden ohne organische Ursache wie hektisches Essen zwischendurch oder achtlos vor dem Fernseher zu große Mengen in sich hineinzuschaufeln. Laut Gastroenterologen ist sich Zeit nehmen zum Essen der wichtigste Faktor für eine gut funktionierende Verdauung. Außerdem sollte man die Nahrungsaufnahme gleichmäßig auf drei Hauptmahlzeiten verteilen.
Wenn Beschwerden wie Völlegefühl, Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder ein schnelles Sättigungsgefühl längere Zeit anhalten, sprechen die Mediziner von einem Reizmagen, der Dyspepsie. Hier sind nicht immer Medikamente erforderlich; oft hilft eine Veränderung der ungesunden Lebensweise. Lindert eine magenfreundlichere Lebensweise die Beschwerden nicht ausreichend, können pflanzliche Mittel wie Magentees mit Bitterstoffen bei Völlegefühl oder Appetitlosigkeit helfen. Diese regen die Produktion des Magensafts an und fördern somit die Verdauung. Zur Beruhigung des Magens helfen Kamillentee oder Mischungen mit Fenchel und Anis. Säurebindende Mittel (Antazida) helfen gegen saures Aufstoßen. Treten die Beschwerden nur gelegentlich auf, spricht laut Medizinern nichts gegen die Selbstmedikation. Halten die Beschwerden jedoch länger als vier Wochen an und kommen noch Symptome wie Abgeschlagenheit und Erbrechen hinzu, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch Widerwille gegen Speisen kann ein Alarmsignal sein. Es könnte sich um eine Entzündung der Magenschleimhaut handeln, die Gastritis. Durch die häufige Einnahme von Schmerzmitteln oder Rheumamedikamenten kann die Schutzschicht des Magens geschädigt werden; in den meisten Fällen wird eine chronische Gastritis jedoch durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst. Dieser Erreger bleibt von der Magensäure unbehelligt. Nicht alle Menschen, die diesen im Magen haben, leiden jedoch unter Beschwerden. Die Entzündung und der Keim müssen beseitigt werden, denn eine Gastritis kann Grundlage für ernstere Erkrankungen wie Magengeschwüre oder sogar Magenkrebs sein. Die Ärzte können im Blut, Atem oder Stuhl den Keim feststellen; ab einem Lebensalter von 50 Jahren wird auch eine Magenspiegelung durchgeführt, um ernstere Ursachen auszuschließen. Dann erfolgt eine Antibiotika-Behandlung, die in der Regel nach einer Woche die Probleme behebt. Doch auch trotz Behandlung und Heilung der Gastritis können Beschwerden bleiben; Wärme und Ruhe und das Achten auf verträgliche Speisen tun bei Magenbeschwerden immer gut.

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