Chemotherapie

Für die Chemotherapie werden versuchsweise winzige Kunststoffpartikel eingesetzt, die Medikamente an ihren Zielort transportieren sollen. Jetzt haben US-Forscher solche Nanopartikel mit einer Hülle überzogen, die von roten Blutkörperchen stammt. Die hülle wirkt als Tarnmantel und schützte sie Partikel vor der Immunabwehr. So blieben sie nach einer Injektion drei Tage lang im Blut von Mäusen nachweisbar – deutlich länger als mit den Bisher verwendeten künstlichen Hüllen. Auf diese Weise hergestellte, mit Krebsmedikamenten beladene Nanopartikel sollen gezielt Tumoren ansteuern, um sie zu zerstören. Meist können Medikamente, die sich mit dem Blut im ganzen Körper verteilen, wegen ihrer Nebenwirkungen nur in geringer Konzentration verabreicht werden. Effektiver wäre es daher, wenn die Wirkstoffe durch einen Überträger an ihren Zielort transportiert und erst dort freigesetzt würden. Lokal begrenzt ließen sich dann viel höhere Konzentrationen erreichen. Dazu kann man Minikapseln aus gut verträglichen, abbaubaren Kunststoffen einsetzen, die mit einem geeigneten Medikament beladen sind. Solche weniger als 100 Nanometer großen Transportvehikel werden aber vom Immunsystem als fremd erkannt und deshalb schnell wieder ausgeschieden. Damit injizierte Nanopartikel längere Zeit mit dem Blut im Körper zirkulieren können, versuchen Forscher die bisher bereits genutzten künstlichen Schutzhüllen weiter zu verbessern. Nun gehen die Forscher einen neuen Weg: Sie setzen die Hüllmembran roter Blutkörperchen als Tarnmantel ein. Für das Immunsystem sind die Nanopartikel dann nicht mehr von den Blutzellen zu unterscheiden und werden nicht angegriffen.

(Quelle: Rheinische Post 01.07.2011)

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