Fersensporn

In der Regel treten Probleme durch einen Fersensporn erst nach dem 40. Lebensjahr auf. Er macht sich vor allem durch brennende oder stechende Schmerzen beim Auftreten bemerkbar; manche Patienten leiden bei jedem Schritt. Meistens tritt dieser dornenförmige Knochenfortsatz an der Fußsohle zwischen dem Fersenbein und der Sehnenplatte, die das Fußgewölbe unterstützt, auf. Seltener entsteht er im hinteren Fersenbereich an der Ansatzstelle der Achillessehne. Die Ausbildung von Fersenspornen findet man bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Der Auswuchs allein verursacht noch keine Schmerzen; oft bemerken Patienten mit sehr großen Spornen diesen gar nicht. Laut Orthopäden ist der Fersensporn die Folge einer falschen oder zu hohen Belastung des betroffenen Bereichs. Durch den chronisch falschen Reiz lagert der Körper am Fersenbein Kalk ab und dadurch wächst der Sporn. Oft ist eine verkürzte Wadenmuskulatur die Ursache, sie setzt die Sehnen des Fußes unter eine ungünstige Spannung. Aber auch Fehlstellungen der Füße oder schlecht gedämpfte Schuhe können eine Ursache darstellen. Der Schmerz entsteht dann, wenn sich die Sehnenplatte und das Gewebe rund um den Fersensporn entzünden. Ganz selten können auch Einengungen des neben dem Sporn verlaufenden Baxter-Nerven eine Schmerzursache sein. Klingen die Schmerzen nach drei Wochen nicht ab, sollte der Arzt aufgesucht werden. Durch eine Röntgenaufnahme kann der Nachweis eines Sporns erbracht werden, durch Ultraschallbilder das Ausmaß der Gewebeentzündung und durch eine Blutanalyse der Ausschluß einer rheumatischen Erkrankung oder Gicht als Ursache. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Heilungschancen sehr gut; oft hilft schon die Entlastung durch speziell angepaßte Einlagen für die Schuhe und gezielte Physiotherapie. Dabei werden die beteiligten Muskeln und Sehnen der Wade und des Fußgewölbes gedehnt und gekräftigt. Diese Übungen werden unter Anleitung erlernt und sollen dann regelmäßig zu Hause durchgeführt werden. Entzündungshemmende Medikamente und Salben können die Schmerzen zusätzlich lindern. Stoßwellenbehandlungen sollen mit Ultraschall-Impulsen die Durchblutung im betroffenen Bereich anregen und so den Abbau von Entzündungsstoffen beschleunigen. Diese Behandlungen werden jedoch von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt, da die Wirksamkeit dieser Methode wissenschaftlich nicht sicher belegt ist. Nur in Ausnahmen werden Sporne operiert; lediglich wenn die Beschwerden trotz Behandlung innerhalb von zehn bis zwölf Monaten nicht abklingen, wird die Sehnenplatte eingekerbt, um die auf ihr lastende Spannung zu senken. Oder der Sporn wird entfernt, um den Baxter-Nerv zu befreien. Aber auch trotz Operation leiden manche Patienten auch danach noch unter Schmerzen, denn solange die Fehlbelastung nicht beseitigt wird, können der Entzündungsreiz oder der Sporn selbst immer wieder diese Schmerzen hervorrufen.

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