Flugverkehr – Riskante Höhenluft?

Unter Experten gibt es Diskussionen, ob Gifte in der Kabinenluft krank machen können. In letzter Zeit berichteten wiederholt Piloten über “ Fume Events “ im Cockpit, die sie vom Geruch her zwar unterschiedlich, von den Wirkungen aber einhellig mit Übelkeit, kaltem Schweiß und Zittern beschrieben. Diese Symptome führten wohl auch zu gefährlichen Flugsituationen. Laut des britischen Committee on Toxicity sollen sich bei einem von 2000 Flügen Verunreinigungen in der Kabinenluft bemerkbar machen. Medial wurde von Stewardessen und Piloten berichtet, die aufgrund chronischer Vergiftungen nicht mehr fliegen können.
Laut Flugzeugherstellern und Airlines bestehe kein Risiko; es sei kein Zusammenhang zwischen gelegentlicher Geruchsbelästigung im Flugzeug und Gesundheitsschäden nachweisbar.
Zumindest ist unstrittig, daß Öldämpfe in die Flugzeugkabine gelangen können. Das liegt an der notwendigen Technik für das problemlose Atmen in 10000 Metern Höhe, wobei komprimierte Luft aus den Triebwerken abgezweigt wird, und bei defekten Dichtungen oder anderen technischen Fehlern können Verunreinigungen in die sogenannte Zapfluft gelangen.
Als besonders gefährlich wird das beim Verbrennen von Flugzeugöl freigesetzte TCP eingestuft, bei welchem es sich laut Umweltmedizinern um ein Nervengift handelt. Bei Untersuchungen von Berufsfliegern mit den entsprechenden Symptomen konnten Vergiftungen durch TCP nachgewiesen werden, durch das Fehlen geeigneter Nachweisverfahren kann der Zusammenhang jedoch bisher nicht toxikologisch belegt werden. Die Substanz verschwindet zu schnell wieder aus dem Körper. Eine englische Studie konnte den Zusammenhang ebenfalls nicht belegen. Bei den entnommenen Luftproben war trotz aufgetretener verdächtiger Gerüche zu keinem Zeitpunkt die Konzentration schädlicher Substanzen über einem Niveau, das nicht auch in Wohnungsluft vorkommen kann und als unbedenklich gilt. Die EASA (europäische Flugsicherheitsbehörde) erkennt aufgrund solcher Studien keine Gefährdung, nimmt das Problem aber sehr ernst.

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