Herpes – wenn die Lippe kribbelt

Oft hat es sich schon heimlich vor Jahren eingeschlichen und in die Nervenknoten (Ganglien) zurückgezogen; es lauert auf eine günstige Gelegenheit wie eine fiebrige Erkältung, Stress, Ekel oder zuviel UV-Strahlung…und dann schlägt das Herpes-Virus zu. Wenn es in der Lippe kribbelt, wissen die meisten gleich, was auf sie zukommt. Laut Ärzten ist dann Eile geboten; sie raten so schnell wie möglich eine Salbe oder Gel mit dem Wirkstoff Aciclovir oder Penciclovir aufzutragen, bevor sich ein juckendes, nässendes, schmerzendes Bläschen bildet. Dies lässt sich zwar nicht ganz vermeiden, verhindert aber die explosionsartige Virenvermehrung und der Schmerz wird gemildert. Das Abheilen kann bis zu zwei Wochen dauern; in dieser Zeit kann ein Pflegebalsam mit Dexpanthenol die Lippen geschmeidig halten. Das Virus wird mit dem Speichel übertragen. Dermatologen raten von einer Eigenbehandlung mit z.B. Zahnpasta, Essig oder Rasierwasser ab; diese „Mittel“ irritieren nur zusätzlich die Haut oder lösen sogar Allergien aus. Alkohol trocknet die Lippen sogar so stark aus, daß der Heilungsprozess eher verzögert wird. Die empfohlenen Medikamente sollten punktuell mit einem Wattestäbchen aufgetragen, die Bläschen keinesfalls aufgekratzt oder ausgedrückt werden! Sollten sich die Bläschen weiter über Kinn, Augennähe oder Nase ausbreiten oder häufiger als sechsmal pro Jahr auftreten, dann unbedingt einen Dermatologen aufsuchen. Der Arzt kann dann Tabletten mit dem Wirkstoff Aciclovir verordnen; wenn der Patient dann ein halbes Jahr symptomfrei ist, kann er über den weiteren Therapieverlauf entscheiden. Wer vor allem bei starker Sonneneinstrahlung schlechte Erfahrungen mit Herpes gemacht hat, kann vorbeugen: Laut Studien verhindern spezielle Lippenstifte mit Melissenextrakt und einem hohen Lichtschutzfaktor ein Wiederaufflammen der Infektion. Weitere Tipps bei „blühenden“ Herpesbläschen: regelmäßiges und gründliches Händewaschen, Handtücher bei mind. 60 Grad waschen, keine Teller, Becher, Tassen und Besteck teilen und bis zum Abheilen auf das Küssen verzichten.

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