Herzinfarkt: Frauen-Herzen schmerzen anders

Europaweit geht die Zahl der Herzinfarkte zurück; jedoch steigen die Zahlen in der Gruppe der jüngeren Frauen.
Ein vermutlicher Grund dafür kann sein, daß Männer und Frauen Herzinfarkte unterschiedlich wahrnehmen. Frauen kommen später in die Notaufnahme und zeichnen ein völlig anderes Beschwerdebild als Männer. Diese geben oft lediglich Brustschmerzen und deren Ausstrahlen in den linken Arm an, während Frauen zusätzlich auch häufig Rücken- und Kieferschmerzen, Übelkeit, Schweißausbrüche und extreme Müdigkeit angeben. Somit dauert die Diagnosestellung und dadurch auch der Beginn der Akutbehandlung oft länger. Die Dosierungsempfehlungen für Gerinnungshemmer sind auf Männer abgestimmt, Frauen erhalten häufig zuviel davon und somit erhöht sich die Gefahr von Blutungskomplikationen beim Einsetzen der Katheder.
Gründe für den Anstieg der Infarkte bei jüngeren Frauen seien Übergewicht und Rauchen.
Frauen sollten besser über die Risiken aufgeklärt sein und auch deren kardiovaskuläre Risikoprofile (Blutdruck,Blutzucker,Gewicht und andere Laborparameter) in Vorsorgeuntersuchungen besser überwacht werden.
Ebenfalls bemängeln Experten, daß Frauen in klinischen Studien nach wie vor unterrepräsentiert seien. Aufklärung ist also auch hier wichtig:
die kardiovaskulären Risiken für Frauen sind höher einzuschätzen als ihr Krebsrisiko.

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