Kassen wollen 12.000 Arztsitze abschaffen

Zum Thema Ärztemangel treten jetzt die Krankenkassen auf den Plan: Laut einem Gutachten kann auf 12.000 Sitze von Psychotherapeuten und niedergelassenen Ärzten verzichtet werden. Der Gegenangriff der Ärzte und Psychotherapeuten ließ nicht lange auf sich warten. Laut deren Aussage besteht die angebliche Überversorgung nur auf dem Papier, was gerade in Ballungsgebieten deutlich zu sehen sei. Außerdem würden Ärzte in Großstädten auch Patienten aus angrenzenden Gebieten mit versorgen, was auch in der gegenwärtigen Bedarfsplanung keine Berücksichtigung finden würde. Die Bundespsychotherapeutenkammer moniert sogar, dass es heute schon eine unzureichende Versorgung ihrer Klientel gebe, Patienten bis zu einem halben Jahr auf eine psychotherapeutische Behandlung warten müßten. Die Politik (CDU-Politiker J. Spahn) signalisiert Unterstützung zu den Thesen der Ärzte und Psychotherapeuten: „Wir brauchen jeden fähigen Arzt für die Versorgung der Menschen. Die Frage ist eher, wie sich die Ärzte übers Land verteilen.“ Laut Gutachten wäre allerdings nicht überall ein Abbau der Sitze notwendig. Bei Allgemeinmedizinern, Augenärzten, Frauenärzten und HNO-Ärzten käme ein Abbau der Arztsitze nicht in Betracht. Die Überversorgung sei ausschließlich ein Fachärzteproblem.

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