Krebs: Ist träger Darm ein Risiko?

Studiendaten aus den USA bringen neue Hinweise, daß zwischen chronischer Verstopfung und Darmkrebs wohl ein Zusammenhang besteht.
Bei verlangsamtem Transit des Darminhalts werden möglicherweise kolorektale Neoplasien gefördert. US-amerikanischen Daten zufolge werden Adenome sowie Karzinome gehäuft bei Patienten mit chronischer Obstipation entdeckt. Dieser Zusammenhang wird schon länger vermutet und durch Untersuchungen anhand von Krankenversicherungsdaten im Vergleich mit unauffälligen Kontrollpersonen ( ohne diagnostizierte Obstipation ) zeigt sich eine deutlich höhere Befundrate an Adenomen und Karzinomen. Man vermutet, daß durch den langsameren Transport des Darminhalts die Dauer des Kontakts von Gallensäure ( Karzinogen ) mit der Darmmokosa verlängert wird.
Beweise für diese Vermutung gibt es jedoch noch nicht. Ärzte, die Patienten mit chronischer Obstipation behandeln, sollten sich jedoch des möglichen Zusammenhangs bewußt sein.
Chronische Obstipation besteht laut DGVS dann, wenn mindestens drei Monate lang unbefriedigende Stuhlentleerungen bestehen und zwei von drei Leitsymptomen auftreten. Diese sind starkes Pressen, harter oder klumpiger Stuhl, subjektiv unvollständige Entleerung, manuelle Manöver zur Erleichterung der Defäkation bei 25% der Stuhlentleerungen und weniger als drei Entleerungen pro Woche.
Offen ist jedoch, ob die Behandlung einer Obstipation auch das Darmkrebsrisiko beeinflussen kann.

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