Morbus Crohn – Wie eine schlimme Darmgrippe

Diese chronisch-entzündliche Darmerkrankung gilt bis heute als unheilbar. Neue Therapieansätze jedoch können nach oft jahrelangen Leidenswegen deutlich helfen.
Oft beginnt die Erkrankung in jungen Jahren mit heftigen Unterleibsschmerzen, die bei Frauen zunächst häufig mit Regelbeschwerden verwechselt werden. Neben Appetitlosigkeit und Übelkeit sind häufige Durchfälle ein klassisches Symptom. Oft ziehen sich deshalb viele aus dem sozialen Leben zurück. Ärzte erklären Morbus Crohn als eine Erkrankung, die auf einer immunologischen Störung beruht. Die normalerweise zuverlässige Barriere der Darmschleimhaut ist nun durchlässig für reizauslösende Substanzen und Keime. Entzündungs- und Abwehrzellen beginnen daraufhin heftig gegen diese Eindringlinge zu kämpfen. Im weiteren Krankheitsverlauf können die Enzündungen zur Bildung von Fisteln führen. Die wahrhaftige Ursache dieser Erkrankung ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es kommen mehrere Faktoren in Betracht: genetisch-erbliche; Umweltfaktoren (übersteigerte Hygiene); Rauchen als klar belegter Risikofaktor und auch traumatische Erlebnisse können auslösend sein. Ernährung hingegen scheint keine Rolle zu spielen.
Die übliche Therapie zielt darauf ab, überschießende Immunreaktionen zu unterdrücken. Als Immunsuppresiva setzt man Azathioprin ein; ebenso schnell wirkende Mittel wie Glukokortikoide und Mesalazin. Hilft das nicht ausreichend, setzen Ärzte heute auch Mittel aus der Gruppe der Biologika (Biotechnologisch hergestelle Mittel) ein. Ein TNF-Hemmer zeigt erstaunlich gute Behandlungsergebnisse; er blockiert den entzündungsfördernden Botenstoff TNF-alpha und unterbricht damit den Krankheitsmechanismus. Da Biologika auf das Immunsystem einwirken, kann das Infektionsrisiko erhöht sein. Daher müssen vor der Therapie bestehende Infektionen wie z.B. Tuberkulose und Hepatitis ausgeschlossen werden. Bei Wirkung eines Biologikums kann es langfristig eingesetzt werden, um neue Schübe zu verhindern.

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