Mundgesundheit in der Pflege – Wege zur besseren Versorgung

Die Mundhygiene ist ein oft vernachlässigtes Thema in der Pflege. Viele Zahnärzte fordern bessere Qualifizierungen der Pflegekräfte und verhandeln derzeit mit Pflegeeinrichtungen über die verbesserte zahnmedizinische Versorgung der Pflegebedürftigen. Denn Fachkräfte in Pflegeheimen haben eine wichtige Rolle in der Früherkennung von Erkrankungen der Mundgesundheit. Sie sollen Symptome wie Mundgeruch, Zahnfleischrückgang, Zahnfleischbluten und Zahnlockerungen frühzeitig als behandlungsbedürftig erkennen und rechtzeitig den Zahnarzt informieren. Seit geraumer Zeit fordert die Zahnärzteschaft, der Mundgesundheit in der Pflege mehr Bedeutung zu schenken. Denn saubere Zähne und eine gut sitzende, gepflegte Prothese erlauben ein sicheres Kauen und einwandfreies Sprechen. Auch hat die Optik der Zähne einen Einfluss auf die soziale Einbindung des Menschen. Schmerzende Prothesen oder Zahnbeschwerden führen auch oft zur Verweigerung des Essens; das führt dann häufig zu Gewichtsverlust und Mangelernährung. Auch können Entzündungen im Mundraum wie Parodontitis zu schweren Erkrankungen der Lunge und der Atemwege führen. Es werden nun Regelungen angestrebt, ab 2014 eine regelmäßige, präventive zahnmedizinische Versorgung in Pflegeheimen zu ermöglichen. Die Pflegeeinrichtungen sollen dann Kooperationsverträge mit Vertragszahnärzten abschließen; bisher ist die mobile Behandlung auf freiwilliger und oft ehrenamtlicher Basis erfolgt. Die Zahnärztekammern und Kassenzahnärztliche Vereinigung planen durch Fortbildungsmaßnahmen der Pflegekräfte eine kompetentere Beurteilung der Mundgesundheit trotz der schwierigen Situation in der Pflege zu erreichen. Studien zeigen, daß heutzutage mehr Menschen in hohem Alter noch über eigenen Zahnbestand verfügen; daher muss die Reinigung des echten Zahnbestandes in der Pflege genauso gewissenhaft erfolgen wie die der Prothesen. Gerade bei dementen Menschen ist der Erhalt einer Zahnprothese in hohem Alter oft mit großen Anpassungsschwierigkeiten verbunden. Daher ist es besonders wichtig, daß Pflegefachkräfte über die Pflege von echtem Zahnbestand, Prothesen und den Einsatz von Pflegematerialien gut informiert sind. Auch Angehörige sollten stärker auf diese Thematik aufmerksam gemacht werden.

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