Musik – hebt nicht nur die Stimmung, sondern ist auch gesund-

Leider singen wir nur noch selten. Auch wenn unsere Lieblingslieder gespielt werden und wir den Text kennen, singen wir nur noch selten mit. Dabei macht das Singen nicht nur Spaß, es wirkt sich auch körperlich, sozial und psychisch positiv auf unser Wohlbefinden aus. Die Stimme eines jeden ist einzigartig und: wir haben sie immer dabei. Durch einen Luftstrom, der in der Lunge entsteht, wird der Grundton der Stimme gebildet. Dieser setzt sich unter die im Kehlkopf befindlichen Stimmlippen und bringt sie so zum Schwingen. Die jeweilige Dehnbarkeit der Stimmlippen und der Kopfraum bilden den persönlichen Resonanzkörper und geben dem jeweiligen Klang die eigene Note. Fachärzte und Gesangsexperten wissen, daß viele Menschen beim Sprechen und Singen mit zuviel Muskelkraft arbeiten; das kann dann zu Nacken- und Kieferverspannungen führen. Und das wiederum wirkt sich auf die Stimmlippen und Kehle aus; der Luftstrom kann dann die Stimmlippen nicht komplett zum Schwingen bringen und die Stimme wird resonanzärmer und schriller. Bei den meisten Sängern ist wohl das Problem, daß sie sich zu hohe Stücke aussuchen, weil sie ihren Tonumfang noch nicht kennen. Um dann die gewisse Lautstärke und Tonhöhe zu erreichen, wird mit zuviel Kraft gearbeitet. Beim Singen ist jedoch eine gute Balance zwischen angemessen kraftvollem Stimmtraining und Überspannung wichtig. Durch eine Gesangsschulung kann man den Stimmapparat verbessern; die Stimmbänder werden straffer und dicker, die Muskeln zum Herunterziehen des Kehlkopfes kräftiger und somit der Klangraum größer. Ältere Menschen können durchaus von diesem Training profitieren, denn durch den natürlichen Alterungsprozess und bei Frauen auch in den Wechseljahren, werden die Muskeln des Kehlkopfes allmählich schwächer und die Dehnbarkeit der Fasern nimmt ab. Die Stimme wird dann als Folge hauchiger und dumpfer. Singen beugt somit auch dem Altern der Stimme vor, indem es die entsprechende Muskulatur kräftigt. Ärztliche Studien über den Einfluß des Singens und der Musik auf den Körper belegen, daß es mit dem Beginnen des Singens nie zu spät sein kann; es gibt eine positive Wirkung auf das Immunsystem der Atemwege, indem sich ein Anstieg des Immunglobulins A nachweisen lässt, einem Abwehreiweiß, welches eine bedeutsame Rolle in der Bekämpfung von Krankheitserregern der oberen Atemwege spielt. Laut der Studie liegt es wohl an der verstärkten Durchblutung der Schleimhäute, diese regt dann die vermehrte Bildung des Immunglobulins A an und beeinflußt die Körperabwehr nachhaltig positiv. Auch die Psyche wird laut Studien beeinflußt: Singen in einem Laienchor ist eindeutig Stimmungsaufhellend. Das Stresshormon Kortisol sinkt allerdings beim bloßen Anhören von Musik stärker als beim Singen selbst und die Verbesserung der Stimmung wurde nur durch das Chorsingen erreicht; eine weitere Studie belegte ebenfalls, daß der Organismus von Chorsängern vermehrt das harmoniestiftende Hormon Oxytocin produziert, allerdings auch nur beim Singen und nicht während der bloßen Unterhaltung untereinander. Trotz des Wissens um diese positiven Effekte tun wir es leider nur noch selten; vielleicht auch, weil das gemeinsame Singen zunehmend aus den Kindergärten und Schulen verschwindet oder manch einer sich nicht mehr traut, weil er vielleicht zu Unrecht gesagt bekam, er könne nicht singen. Also:
nicht entmutigen lassen; Singen gehört zur Natur des Menschen und dieses Potenzial sollte entfaltet werden. Singen ist gesund!!

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