Noroviren: Schutz vor dem Virus

Die Norovirenerreger gelten als häufigste Ursache für Magen-Darm-Erkrankungen. Experten des Instituts für Hygiene an der Uni Bonn führen importierte Lebensmittel aus Ländern mit anderen hygienischen Standards als in der EU als Ursache an ( z.B. Besprühen von Feldern mit Abwässern ), aber auch die kalte Jahreszeit, in der wir uns mehr in geschlossenen Räumen aufhalten und die Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet, erhöht das Risiko der Ansteckung mit diesem hochinfektiösen Erreger.
Die Übertragung erfolgt oft schon beim Sprechen durch feinste Speicheltröpfchen oder beim Händedruck. Auch über verunreinigte Flächen im Sanitärbereich, Türklinken und Aerosole in der Luft werden die Erreger weitergegeben. Kleinste Virenmengen reichen schon für eine Infektion aus; innerhalb von 6 bis 50 Stunden entwickeln Infizierte dann Symptome mit schwallartigem Erbrechen und heftigstem Durchfall, manchmal auch leichtes Fieber. In dieser Zeit sind die Erkrankten hochansteckend.
Eine spezielle Therapie gibt es nicht. Die Betroffenen, vor allem Säuglinge, chronisch Kranke und alte Menschen sollten viel trinken, da es zu hohem Flüssigkeitsverlust kommt und die Erkrankung dann auch kritisch verlaufen kann. Selten benötigen Patienten Infusionen. Auch Bettruhe ist sinnvoll.
Zwei Tage nach Ende der Symptome können Arbeit und Schule wieder aufgenommen werden. Vorsorglich immer sinnvoll: nach jedem Toilettengang die Hände gründlich mit Seife waschen, bei geschlossenem Toilettendeckel spülen zur Vermeidung von Aerosolaustoß und gründliche Reinigung von Türklinken und Flächen, da Noroviren extrem stabil und mehrere Tage ansteckend bleiben. Erkrankte sollten dann auch keine Speisen für andere zubereiten oder die Hände vorher gründlichst reinigen; Kochen zerstört das Norovirus.

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