Ohrenschmerzen – schmerzhafte Entzündungen nach einem Badetag

Jetzt im Sommer kann es nach einem Besuch im Freibad oder Badesee häufig zu heftigen Ohrenschmerzen kommen; laut HNO-Ärzten handelt es sich dann zumeist um eine schmerzhafte Entzündung des Gehörgangs, der Otitis externa. Weil diese Krankheit häufig nach dem Schwimmen auftritt, heißt sie auch Bade-Otitis.Oft können die Patienten nach einem ausgedehnten Badetag nachts vor Schmerzen nicht schlafen und kommen daher in die Notaufnahmen der Krankenhäuser. Bakterien, die auf der Haut oder im Wasser vorkommen, dringen in den Gehörgang ein und breiten sich dort aus. Ist die Haut aufgeweicht oder liegen kleine Verletzungen vor, haben es die Erreger leicht. Auch Menschen, die Hörgeräte benutzen (diese begünstigen ein feuchtes Milieu) oder Taucher tragen das erhöhte Risiko einer Otitis. Der Arzt erkennt die Erkrankung an einem geröteten und geschwollenem Gehörgang. Auch wenden die Mediziner zwei einfache Tricks zur Diagnostik und Unterscheidung von anderen Ohrkrankheiten bei der Untersuchung an: Etwas an der Ohrmuschel wackeln oder auf den kleinen Knorpel (Tragus) vor der Ohrmuschel drücken; bei einer Otitis externa tut beides sehr weh. Ein Patient mit einer Mittelohrentzündung (Otitis media), beispielsweise bei einer Erkältung auftretend, hat dabei kaum zusätzliche Schmerzen.
Keinesfalls sollte man bei starken Ohrenschmerzen abwarten; das Ohr muss sorgfältig durch den Arzt gereinigt werden, denn oftmals hat sich dort Sekret angesammelt, welches dann abgesaugt oder ausgewischt wird. Leitlinien nennen verschiedene Möglichkeiten der Therapie, um die Entzündung zu stoppen: Antibiotika, Ohrentropfen mit Kortison und schmerzstillenden Zusätzen oder eine Kombination der drei Substanzen. Ebenfalls können in den äußeren Gehörgang eingelegte Salbenstreifen mit Antibiotika, Kortison und Antiseptika helfen. Antiseptika können ein breites Spektrum von Keimen abtöten, Antibiotika attackieren gezielt bestimmte Bakteriengruppen. Einige Mittel können jedoch nur bei intaktem Trommelfell angewendet werden, auch muss der Salbenstreifen täglich gewechselt und das Ohr von Resten gereinigt werden. HNO-Ärzte warnen jedoch auch vor zu schnellem und häufigem Verwenden von Antibiotika, dies kann die natürliche Flora im Ohr vernichten, zu Allergien führen und damit das Ansiedeln von Pilzen fördern, die dann wiederum Gehörgangentzündungen hervorrufen können. Ratsam ist, wenn sich Wasser im Ohr befindet, nicht mit den Fingern zu pulen oder Wattestäbchen zu verwenden (das kann kleine Wunden und somit das leichtere Eindringen der Bakterien verursachen) ; auch Ohrstöpsel bieten keinen zuverlässigen Schutz vor eindringendem Wasser. So kann man sich mit umsichtigem Verhalten vor einer Bade-Otitis schützen.

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