Pflegekosten – Frauen sind teurer

Erstmals gibt es Zahlen über die Pflegekosten für ein ganzes Leben. Diese ergeben unter anderem, daß Frauen doppelt so teuer sind wie Männer. Und das Problem im Alter: Nur die Hälfte zahlt die Kasse.
Denn die Pflegeversicherung ist eine „Teilkaskoversicherung“. Die Menschen in Deutschland zahlen mehr als die Hälfte der Kosten zwischen Eintritt in die Plegebedürftigkeit und dem Tod aus eigener Tasche oder aus der Sozialhilfe. Autoren des aktuellen Pflegereports der Barmer GEK haben errechnet, daß es für Frauen im Schnitt 84.000 Euro, für Männer 42.000 Euro sind. Es gibt enorme Schwankungen; in der Pflegeversicherung eine Spanne von 13 Euro bis 262.000 Euro. Berechnungen zufolge kostet die Pflegekassen zirka die Hälfte aller Pflegebedürftigen deutlich unter 15.000 Euro. Schwankungen gibt es auch bei den privaten Anteilen, diese können bei stationärer Pflege bis zu 305.000 Euro betragen. Durchschnittlich müssen Pflegebedürftige vom Beginn einer stationären Pflege bis zum Tod etwa 31.000 Euro bezahlen. Da Frauen länger leben und somit auch längere stationäre Pflege benötigen, zahlen sie 45.000 Euro (im Vergleich Männer 21.000 Euro) selbst; darin sind beigesteuerte Sozialhilfebeträge enthalten.
Diesen Rechnungen liegen die Verlaufsdaten von 2000 Versicherten der einstigen GEK, die im Jahr 2000 pflegebedürftig wurden, zugrunde.
Somit hilft dieser Report bei der Beantwortung der Frage nach der Kostenabsicherung über private Vorsorge. Von der Regierung beschlossene Zuschüsse zu privaten Pflegetagegeldversicherungen („Pflege-Bahr“) werden nicht ausreichen, da es auch keine angemessene Dynamisierung der Leistungen gebe. Die Pflegehäufigkeit ist zwischen 1998 und 2010 um 30% gestiegen. Diese Steigerung ist wohl fast ausschließlich auf die sich verändernde Altersstruktur in der Bevölkerung zurückzuführen. Das Instrument der Kurzzeitpflege mit anschließender vollstationärer Pflege würde laut Pflegereport immer wichtiger, ohne allerdings sein Ziel zu erreichen. Das wäre doch die weitere ambulante Versorgung zu Hause statt der kostenträchtigeren stationären Pflege.

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