Pflegepersonal:Mitarbeiter aus dem Ausland rekrutieren; Hoffnung ruht auf dem asiatischen Markt

Woher sollen zukünftig die Pflegefachkräfte kommen? Kann für die Pflegedienste Personal aus EU- und Nicht-EU-Ländern eine Alternative darstellen? Wissenschaftliche Mitarbeiter des IEGUS-Institutes für Europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft in Berlin sind diesen Fragen nachgegangen und erläutern in der Fachzeitschrift “ Häusliche Pflege “ Chancen sowie auch Grenzen.

Obwohl seit dem 1.Mai 2011 die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit für Staatsangehörige aus den mittel- und osteuropäischen Ländern gilt, blieb deren Ansturm nach Deutschland aus. Osteuropäische Pflegekräfte sind stattdessen vermehrt in andere europäische Länder wie Skandinavien, Irland oder Großbritannien ausgewandert; dieses Potenzial an MOE-Migranten ist somit in weiten Teilen ausgeschöpft. Trotz massiver Jugendarbeitslosigkeit und schlechter beruflicher Perspektiven können auch aus anderen europäischen Ländern keine Pflegekräfte in größeren Zahlen gewonnen werden.

Dadurch könnte zukünftig die Gewinnung ausländischer Pflegekräfte aus bevölkerungsreichen asiatischen Staaten in den Vordergrund rücken. Länder wie Indien oder die Philippinen haben enormes Nachwuchspotenzial, denn es mangelt in diesen Ländern nicht an Menschen im erwerbsfähigen Alter, sondern an Beschäftigungsmöglichkeiten für die junge Bevölkerung. Bislang haben außereuropäische Pflegekräfte aufgrund des Anwerbestopps keinen direkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Eine unüberwindbare Hürde für die Beschäftigung außereuropäischer Pflegekräfte ist bisher eine Vorrangprüfung, bei der überprüft wird, ob für die Besetzung einer bestimmten Stelle nicht auch deutsche oder europäische Bewerber in Frage kommen.

Seit dem 1.August 2012, gleichzeitig dem Inkrafttreten der Blauen Karte EU, darf ausländischer Nachwuchs jeglicher Herkunft in Deutschland ausgebildet werden. Der genaue Rahmen für die Ausbildung außereuropäischer Pflegekräfte in Deutschland ist jedoch noch unklar und soll baldigst im Rahmen einer neuen Durchführungsanweisung der Bundesagentur für Arbeit konkretisiert werden.

Grundsätzlich könnten somit ambulante Dienste außereuropäische Staatsangehörige in Deutschland ausbilden und anschließend in der Pflege einsetzen.

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