Quartier- und Wohnungsbaukonzepte für Demenzkranke

Die nächste auf uns hereinbrechende Herausforderung wird sein, Ünterstützungsstrukturen für Demenzerkrankte und deren Angehörige zu entwickeln. Aber was wohl noch viel wichtiger ist – den besonderen Bedürfnissen dieser stetig und schnell wachsenden Bevölkerungsgruppe in unserer Gesellschaft gerecht zu werden. Umgang mit Demenzerkrankten ist in unserer Gesellschaft noch lange nicht selbstverständlich. Die Akzeptanz für Körperbehinderte ist mittlerweile sehr hoch, aber Menschen mit geistigen oder psychischen Störungen werden immer noch ausgegrenzt. Allerdings würde der selbstverständliche Umgang mit einer Demenzerkrankung auch zu einer früheren Diagnostik führen. Nach wie vor verschweigen Betroffene beim Arztbesuch die typischen Symptome dieser Erkrankung. Zur Normalisierung in allen Bereichen gehören der Aufbau von medizinischen und pflegerischen Versorgungsstrukturen. Gefordert sind aber auch Bereiche wie Stadtplanung und Stadtentwicklung, sowohl für die Erkrankten als auch für die Angehörigen.Eine altersgerechte Quartiersplanung ist notwendig: Eine Reihe von ambulanten und stationären Pflege- und Ünterstützungsangeboten sowie neuen Wohnformen muss es ermöglichen, dass die Betroffenen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können. Einzelne Modellprojekte, wie es sie momentan gibt, sind nach meiner Einschätzung keine Alternative. Deutlich mehr Hilfsangebote sind dringend nötig, damit diese Menschen eine Basis bekommen, auf die sie sich stützen können. Hierzu gehört ganz sicher auch ganz viel Lobbyarbeit. Demenz ist ein Prüfstein dafür, wie die Politik auf Dauer mit den Armen, Kranken und Schwachen umgeht. Ein Vergleich hat jetzt gezeigt, dass bei Demenzerkrankten zum Beispiel Rehabilitationsmaßnahmen mehr als häufig unterbleiben. Aber auch die medikamentöse Versorgung ist eigentlich als schlecht zu bezeichnen. Eine Untersuchung ergab, dass nur 27 Prozent der Patienten eine ausreichende medikamentöse Therapie erhalten.

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