Sportverletzungen

Laut Statistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ereignen sich in Deutschland jedes Jahr rund 1,5 Millionen Sportunfälle. Schnell einmal schlägt der Tennisspieler hart auf und zerrt sich einen Muskel oder ein Jogger übersieht einen Ast und stürzt…mit 22,2 % sind die häufigsten Verletzungen an Muskeln und Sehnen und mit 17,5 % sogar Knochenbrüche. Hier ist ein Arztbesuch unumgänglich. Kleinere Verletzungen wie Zerrungen und Verstauchungen (18,6% aller Sportunfälle), Prellungen ( 14,4%) oder Schürfwunden (4,2%) können auch fachgerecht selbst behandelt oder gelindert werden. Wichtig bei allen Verletzungen: sie müssen schnell und richtig versorgt werden!
Bei Gelenk-und Muskelverletzungen gilt laut Fachärzten für Sportorthopädie und Traumatologie grundsätzlich die sogennante PECH-Regel: Pausieren..Eis..Compression..Hochlagern. Auf keinen Fall sollte man mit dem Sport weitermachen, denn wer pausiert und kühlt, verringert den Schaden deutlich. Kälte verengt die Gefäße und vermindert so Schwellungen und Blutungen, vorallem wenn sie unmittelbar nach dem Unfallereignis angewendet wird. Außerdem wird sie als schmerzlindert empfunden. Zusätzliches Hochlagern des betroffenen Körperteils und das Anlegen eines Kompressionsverbandes verhindern ebenfalls eine weitere Ausweitung der Schwellung. Die PECH-Regel greift jedoch nicht bei Muskelkrämpfen; hier muss der entsprechende Muskel gedehnt werden, bei möglichen starken Schmerzen auch mit Hilfe eines anderen Sportlers. Auch hier ist es ratsam, danach zu pausieren; kühlen ist bei Krämpfen keine Option und bei häufigem Auftreten sollte man die Ursache auch ärztlich abkären. Im Zweifel sollte man bei jeder Verletzung lieber einen Arzt aufsuchen. Bei Prellungen sollte zum Beispiel auch genau hingeschaut werden, sie entstehen meistens durch einen Schlag gegen ein Körperteil wie einen Tritt gegen das Schienbein. Ist ein Gelenk geprellt worden, sollte sich besser ein Arzt die Verletzung ansehen, ebenso, wenn ein Bluterguss nach zwei bis drei Tagen immer noch schmerzhaft ist oder weiter anschwillt.
Eine Zerrung ist eigentlich ein Mikroverletzung in der Muskulatur, die meistens langfristig folgenlos ausheilt. Dabei ist zunächst Ruhe erforderlich, in der Akutphase Kälte und dann nachfolgend Lockerung der Muskulatur und Wärme. Man sollte nicht an der schmerzenden Stelle massieren, sondern um sie herum. Massiert man an der betroffenen Stelle zu früh, können dort Muskelverkalkungen entstehen. Das kann auch passieren, wenn es sich nicht um eine Zerrung, sondern einen Faserriss mit Bluterguss handelt. Wenn der Ort der vermeintlichen Zerrung anschwillt oder Schmerzen anhalten, sollte man besser den Arzt aufsuchen. Beim „Umknicken“ zerren für kurze Zeit enorme Kräfte an den Bändern und der Gelenkkapsel; dabei können Gefäße und die Kapsel einreißen und eine Schwellung samt Bluterguss entstehen. Ob es sich dann nur um eine Verstauchung handelt oder gar der Knochen verletzt ist, läßt sich nur durch die Symptome oder eine körperliche Untersuchung nur schwer feststellen. Will man eine ernsthafte Verletzung ausschließen, kann eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomografie Aufschluss geben. Schürfwunden sollten zunächst mit lauwarmem Trinkwasser gereinigt werden. Entdeckt man Fremdkörper wie Sand, Steinchen oder Splitter in der Wunde, sollten sie von einem Arzt entfernt werden. Sind keine Fremdkörper zu sehen, sollte ein Wunddesinfektionsmittel aufgetragen werden. Kleine Schürfwunden können auch ohne Pflaster heilen, größere sollten mit einer sterilen Wundkompresse oder einem Schnellverband abgedeckt werden. Wenn also die Verletzung eindeutig abgeklärt ist, kann man selbst die Heilung gut unterstützen und Beschwerden lindern. Wichtig ist, den Schmerz mit zum Beispiel Verbänden mit kühlenden und schmerzlindernden Salben in den Griff zu bekommen. Bei Schwellungen helfen heparinhaltige oder durchblutungsfördernde Salben; pflanzliche Wirkstoffe wären Beinwell, Arnika oder Rosskastanie. Bei Schürfwunden sind Salben oder Lösungen mit desinfizierenden Wirkstoffen sinnvoll, denn diese reinigen die Wunde sehr gut. Jeder Sportler sollte also über eine „Sportlerapotheke“ verfügen und auch immer ein kleines Notfallpaket mit sich führen.

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