Thermotherapie – Entspannung und Schmerzlinderung

Wärme fördert nicht nur Entspannung und Wohlbefinden, sondern kann auch therapeutisch bei vielen Beschwerden eingesetzt werden. Dabei kommt es zur Stimulierung desjenigen Teiles des vegetativen Nervensystems, der für die Erholung des Organismus zuständig ist. Sie löst Muskelkrämpfe, erweitert Gefäße und Bronchien und senkt den Blutdruck. Die Wärme kommt somit vor allem bei Gelenkbeschwerden, Verspannungen, Rücken- und Nackenschmerzen zum Einsatz; auch lassen sich krampfartige Bauchbeschwerden und Atemwegserkrankungen günstig beeinflußen. Unter ärztlicher Kontrolle in einer Klinik wird die Wärme auch unterstützend bei chronischen Entzündungen eingesetzt; hier wird bei der Ganzkörper-Hyperthermie die Körpertemperatur in einer Wärmekammer allmählich erhöht. Dieses künstlich erzeugte Fieber imitiert die natürliche Reaktion des Körpers auf Entzündungsreize und stimuliert das Immunsystem, stabilisiert das vegetative Nervensystem und fördert die Durchblutung. Das ist eine große Belastung für die Patienten und wird daher nicht bei großer Schwäche, akuten Entzündungen oder schweren Begleiterkrankungen eingesetzt. Auch gängige Ganzkörperanwendungen wie Vollbäder, Saunagänge oder Fangopackungen belasten den Kreislauf; daher sollte nach solchen Anwendungen immer eine ausreichende Ruhezeit eingehalten werden. Feuchte Wärme strapaziert den Organismus mehr als trockene, da der Körper die Wärme schlechter durch Schwitzen abgeben kann. Bei Fieber oder einer schweren Herzschwäche ist die Thermotherapie untersagt! Bei örtlich begrenzten Beschwerden an z.B. Gelenken oder im Bauchbereich wird die Wärme mittels Wickeln, Auflagen, Kompressen oder Umschlägen vorwiegend lokal angewendet; Die Eindringtiefe und Qualität der Wärme lassen sich durch die verschiedenen Arten der Wärmeträger steuern; Fangopackungen geben sie auch an tiefere Gewebsschichten weiter. In Kliniken und Kureinrichtungen kann das Naturmoor meist großflächig aufgetragen werden; doch auch für den Hausgebrauch gibt es gute Alternativen. Lange wärmen auch Umschläge mit Aktivkohle und Eisenpulver, die beim Öffnen der Verpackung mit Sauerstoff in Verbindung kommen und sich durch eine dann folgende chemische Reaktion innerhalb von 30 Minuten auf rund 40 Grad erwärmen und diese Wärme dann für acht bis zwölf Stunden hält. Die Auflagen können gut unter der Kleidung getragen werden, behindern so die Mobilität nicht und helfen durch Tiefenwärme gut bei Gelenk – oder Rückenbeschwerden. Wärmesalben enthalten gefäßerweiternde Substanzen wie Nonivamid oder Cayennepfefferextrakt und entfalten nach dem Auftragen auf die schmerzhaften Stellen durch die lokale Durchblutungsförderung und Reizung der Schmerz- und Wärmerezeptoren ein starkes Wärmegefühl. Nachteile sind jedoch mögliche Hautreizungen. Vollbäder mit durchblutungsfördernden und entspannenden Badezusätzen können ebenfalls gesundheitsfördernd sein. Die Wassertemperatur sollte 36 bis 38 Grad nicht überschreiten und die Badedauer nicht länger als 20 Minuten sein, da auch Vollbäder den Kreislauf belasten. Danach sollte auch eine Ruhezeit eingehalten werden. Bei niedrigem Blutdruck, Fieber, Herzschwäche, Thrombosen oder schweren Venenerkrankungen ist auch von Vollbädern abzuraten. Kirschkernkissen oder die gute, alte Wärmflasche haben sich bei Bauchkrämpfen und Regelschmerzen bewährt. Die heimische Wärmetherapie kann Verspannungen gut in Eigenregie behandeln, bei schlimmen Krankheitsbildern sollte diese Therapie jedoch immer unter ärztlicher Betreuung stattfinden.

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