Trigeminusneuralgie

Der Schmerz kommt blitzartig und verschwindet ebenso schnell wieder. Er ist scharf und wie ein Messerstich…diese Symptome können auf eine Trigeminusneuralgie hindeuten (Reizung des Gesichtsnervs N. Trigeminus); je nachdem, welcher seiner drei Äste betroffen ist, schießt der Schmerz in Ober- oder Unterkiefer oder selten in die Stirn. Frauen sind etwas häufiger als Männer betroffen. Der Nerv leitet Impulse vom Gesicht an das Gehirn weiter. Wenn er an seiner Eintrittsstelle im Hirn jedoch Kontakt mit einem Blutgefäß hat, kann das Pulsieren des Blutes die Nervenhüllen beschädigen und somit durch fehlgeleitete Signale eine Trigeminusneuralgie verursachen. Laut Neurologen gibt es nur selten eine andere Ursache wie eine Entzündung, Tumore oder z.B. multiple Sklerose. Die Schmerzattacken können beim Kauen, Sprechen, Zähneputzen, Rauchen oder Essen auftreten; manchmal reicht sogar eine Berührung oder ein Luftzug. Solange sich Patienten völlig still verhalten, sind sie oft gänzlich frei von Schmerzen. Dies sollte aber, vor allem bei älteren Patienten, nicht zum Verzicht auf Essen führen, sagen Neurologen.
Normale Schmerzmittel wirken nicht; Neuroleptika, die spontane oder fehlgeleitete Erregungen unterdrücken, beugen bei regelmäßiger Einnahme den Schmerzen vor. Nach einer gewissen Zeit sollte man in Absprache mit dem Arzt das Medikament ausschleichen und so auch die Möglichkeit der dauerhaften Beschwerdefreiheit erreichen. Häufig jedoch kehrt die Krankheit nach einigen Monaten zurück. Das lässt sich nicht beeinflußen. Patienten erhoffen sich oft von Operationen Linderung. Häufig wird bei einem Eingriff der Kontakt zwischen Arterie und Nerv am Hirnstamm ausgeschaltet; bei guter Prognose besteht jedoch das Risiko von Nervenverletzungen. Weniger riskant sind radiochirurgische Behandlungen durch gezielte Bestrahlungen; sie belasten den Patienten weniger, haben aber im Vergleich die geringsten langfristigen Erfolgsaussichten. Psychotherapie hat sich als wirkungslos erwiesen.
Da es keinen wirklichen Schutz vor den schmerzhaften Blitzen gibt, sollten empfindliche Personen jede Form von Zug meiden.

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