Überflüssige Fischöl-Kapseln

In der Vergangenheit unterschiedlich bewertet: Omega-3 bei Herzpatienten…sie schützen,sie schützen nicht. Eine neue Studie setzt einen drauf: Die Kapseln sind ohne Wirkung.
In den 1970-er Jahren gab es erste Hinweise auf eine mögliche Schutzwirkung von Fischöl von den Inuit in Grönland. Deren Herzinfarktrate lag um 90 % niedriger als die der dänischen Bevölkerung. Man glaubte an eine gefäßschützende Wirkung durch den sehr hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Wal-und Robbenfleisch, die Hauptnahrung der Inuit.
Mehrere Studien in den folgenden Jahrzehnten belegten einen positiven Zusammenhang zwischen regelmäßiger Ernährung durch fetten Fisch (ca. 2-3x/Wo) und der Reduzierung der 2-Jahres-Mortalität nach Herzinfarkt um 29%.
Es gab viele Spekulationen über den Mechanismus des Gefäßschutzes.
Nachweislich senken Omega-3-Fettsäuren den Triglyzeridspiegel; vermutlich gibt es auch eine antiarrhythmische Wirkung und sogar thrombozytenhemmende und blutdrucksenkende Effekte als Ursache.
In nachfolgenden großen Studien konnte dieser Nutzen aber nicht mehr reproduziert werden. Die Einnahme von zusätzlichen Medikamenten bei bereits optimal mit Lipidsenkern, Antihypertensiva und Antithrombotika behandelten Patienten führte zu keinem weiteren Rückgang der Mortalität oder kardiovaskulären Ereignisrate.
Dennoch: die Empfehlung, weiterhin Fisch zu essen, bleibt.
Fisch ist nicht nur Omega-3-Fettsäurenlieferant, sondern sinnvoller Bestandteil einer kardioprotektiven mediterranen Kost. Nach der ESC-Leitlinie zur Herz-Kreislauf-Prävention sollte mindestens zweimal pro Woche Fisch auf dem Speiseplan stehen.

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