Wenn der Schweiß rinnt

Etwa drei Millionen Schweißdrüsen helfen dabei, dass unsere Körpertemperatur konstant bleibt. Je nach körperlicher Aktivität und Außentemperatur sondern sie pro Stunde 100 Milliliter bis drei Liter Flüssigkeit zur Kühlung ab. Bei manchen Menschen bilden die Drüsen aber weit mehr Sekret. Die Betroffenen schwitzen deutlich stärker, haben ständig feuchte Hände und müssen mehrmals am Tag die Kleidung wechseln. Ob tatsächlich eine erhöhte Aktivität der Schweißdrüsen dahintersteckt, also ein „übermäßiges Schwitzen“, lässt sich nurdurch eine ärztliche Untersuchung feststellen. Grunderkrankungen wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunltion, aber auch bestimmte Medikamente können eine übermäßige Schweißproduktion hervorrufen. Nicht immer lässt sich die Ursache genau ermitteln, und doch machen Ärzte den Betroffenen Mut. Es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, mit denen man das übermäßige Schwitzen in der Regel in den Griff bekommt. Schon wenige Änderungen der Lebensgewohnheiten können dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern (luftdurchlässige Kleidung aus Naturfasern tragen, auf scharfe und heiße Speisen zu verzichten und das Idealgewicht anstreben). Bei einer Hyperhidrose, die den gesamten Körper betrifft, verschreiben Ärzte meistens Medikamente, welche die Schweißabsonderung drosseln. Ist das übermäßige Schwitzen auf einzelne Körperbereiche beschränkt, helfen Antitranspirante in Form von Lösungen, Cremes oder Deos, die zum Beispiel Aluminiumchlorid in verschiedenen Konzentrationen enthalten. Zeigen diese Mittel keine Wirkung, versuchen Ärzte die Schweißdrüsen mit dem Wirkstoff Botulinumtoxin A (Botox) zu lähmen, der in die Huat gespritzt wird. Er blockiert die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin, der das Signal für die Schweißproduktion zwischen Nerv und Drüsen übermittelt. Eine verstärkte Transpiration wird so unterbunden. Ein klarer Nachteil: Die Behandlungen müssen alle vier bis zwölf Monate wiederholt werden. Bei Schweißfüßen und schwitzenden Händen kommt oft die Leitungswasser-Iontophorese zum Einsatz. Dabei werden die betroffenen Körperstellen in einem Leitungswasserbad behandelt, durch das ein Gleichstrom fließt. Die elektrischen Impulse hemmen die Signalübertragung auf die Schweißdrüsen. Erst wenn alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, greifen Ärzte zu chirugischen Maßnahmen. In einer Operation können zum Beispiel die Schweißdrüsen im Bereich der Achselhöhlen entfernt werden. Eine andere Möglichkeit ist die Thorakale Sympathektomie. Dabei wird die zentrale Nervenfaser durchtrennt, welche die Schweißdrüsen aktiviert.

(Quelle: Apotheken Umschau 07/11)

2 Kommentare zu „Wenn der Schweiß rinnt“

  • Simon:

    Bei mir hat das starke schwitzen an den Händen angefangen und unter den Achseln wurde es auch allmählich schlimmer. Nach vielen Antitranspiranten, die ich alle nacheinandern ausprobiert habe war Odaban das einzige das mit geholfen hat. Ich habe das Spray unter den Achseln verwendet und die Handlotion. Mittlerweile bestimmt nicht mehr der Schweiß sondern Spaß und gute Laune mein Leben.
    Vielleicht hilft das ja anderen Betroffenen. Ich finde das Zeug einfach klasse und bin froh wenn ich auch anderen helfen kann.

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich kenne jemanden der sich operieren ließ und nach wie vor erhebliche Probleme hat. Anscheinend gibt es auch eine erhebliche Dunkelziffer an Betroffenen, weil es doch ein sehr intimes und schambehaftetes Thema ist!

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