Zukunftsaufgabe Demenz

Die aktuellsten Zahlen des Medizinischen Dienstes besagen, dass 30 Prozent der Antragsteller auf ambulante Pflegeversicherungsleistungen aufgrund ihrer Beeinträchtigungen in der Alltagskomptenz aufgrund von Demenz oder anderen gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen eingeschränkt sind. In der Zukunft werden diese Zahlen noch dramatisch ansteigen, weist man nur auf unsere Alterspyramide hin. Circa 1,2 Millionen Menschen leiden heute schon an einer dementiellen Erkrankung. Die Konsequenz und das Ziel können nur sein, ein breit angelegtes Versorgungsangebot zu schaffen. Dazu gehören natürlich nicht nur die Pflege, sondern auch alle niedrigschwelligen Entlastungs-, Unterstützungs- und Beratungsangebote, die noch im grossen Umfang ausgebaut werden müssen, damit möglichst viele Betroffene in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können. Selbstverständlich gehört dazu auch die frühzeitige Erkennung einer solchen Erkrankung, um alle Angebote – auch die medikamentöse Versorgung – optimal zu gestalten. Und das  erfordert wiederum eine enge Vernetzung der Behandlung, Pflege und Betreuung zwischen Hausärzten, Fachärzten, nichtärztlichen Therapeuten und Pflegenden.

Mit einer ganzheitlichen Sicht schafft man die Voraussetzung,  Potenziale zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit durch präventive und rehabilitative Maßnahmen besser zu nutzen.

In der Praxis sehen wir aber nur sehr wenig von Bemühungen bezüglich Vernetzungen. Wir arbeiten viel auf dem „kleinen Dienstweg“ und vor allem mit ehrenamtlichen Helfern, die unermüdlich um die Menschen bemüht sind, die sich selbst in jeder Beziehung nicht mehr ausreichend versorgen können. Auch die Mitarbeiter der ambulanten Alten- und Krankenpflegedienste leisten viele zusätzliche Arbeiten ohne Entgeld.

Kommentieren