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Schlafapnoe – wenn nachts der Atem stockt

Schnarchen selbst ist in der Regel harmlos. Treten jedoch längere Atempausen auf, steigt das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herz-Kreislauferkrankungen. Selten merkt der Patient selbst diese Atemaussetzer; meist weisen die Partner darauf hin und empfehlen eine ärztliche Untersuchung. Laut Medizinern sind mehr Männer als Frauen davon betroffen; sie nennen diese häufigen oder langen Atempausen Obstruktive Schlafapnoe. Verstärkt werden kann dieses Phänomen durch Schlaf- und Beruhigungsmittel oder übermäßigen Alkoholkonsum. Die Folgen: man fühlt sich tagsüber unausgeschlafen, dauermüde und unkonzentriert. Zuweilen nickt man in den ungünstigsten Momenten weg; sehr gefährlich beim Autofahren oder der Arbeit. Menschen mit einer Schlafapnoe versuchen häufig die Müdigkeit mit verstärkter Aktivität zu kompensieren; der dadurch entstehende Stress schützt bisweilen vor dem Einschlafen. Dieser Stress jedoch wird dann wiederum als Grund angeführt, sich am Ende des Tages wieder gerädert zu fühlen. Doch eine Schlafapnoe ist bei der Kombination aus unerholsamem Schlaf, Bluthochdruck und Übergewicht sehr wahrscheinlich. Bei einem ersten Verdacht kann nachts zuhause ein tragbares Messgerät den Schlaf überwachen; es kontrolliert Herzfrequenz, Atmung, Sauerstoffgehalt des Blutes und zeichnet das Schnarchen und die Körperlage auf. Wenn dieses Gerät dann Atemaussetzer registriert, kann das weitere Untersuchungen in einem Schlaflabor erfordern. Die Atempausen entstehen beim Schlafen durch das Erschlaffen der Muskulatur der oberen Atemwege. Dadurch wird der Atemweg im Rachenbereich teilweise oder auch ganz verschlossen.. Damit der Schlafende jedoch nicht erstickt, setzt irgentwann eine sogenannte Weckreaktion, die “arousal”, ein. Der Schlafende wacht, ohne es zu merken, kurz auf. Jedoch schlägt das Herz schneller, der Blutdruck steigt und der Schlafrhythmus ist unterbrochen. Mediziner sprechen von einer mittelgradigen Schlafapnoe, wenn es im Schnitt alle vier Minuten zu einer Schlafunterbrechung kommt; bei einer zweiminütigen Unterbrechung von einer schweren Form. Jedoch beeinflußt nicht nur die Anzahl der Atempausen die Schwere der Atemstörung, sondern auch ihre Länge und der verminderte Sauerstoffgehalt des Blutes. Wenn zusätzlich eine Lungenerkrankung oder eine koronare Herzerkrankung vorliegt, stufen Ärzte eine leichtere Form der Apnoe vorsichtigerweise lieber als gravierender ein. Generell gilt: wenn Symptome bestehen, ist auch eine leichte Schlafapnoe behandlungsbedürftig. Standardtherapie ist die sogenannte CPAP-Beatmung ( continuous positive airway pressure ), ein kontinuierlicher Atemwegsüberdruck. Die Patienten tragen beim Schlafen eine Maske, durch die mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Atemwege gepumpt wird; diese bleiben dadurch offen. Es kommen keine Atempausen mehr vor. Bereits nach drei Tagen CPAP-Therapie kann man positive Effekte auf den Blutdruck erkennen; nach drei bis sechs Monaten eine Besserung der Herzfunktion. Selten tritt Schlafapnoe allein auf; die meisten Patienten haben erhöhte Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte und sind übergewichtig. Auch erhöhte CRP-Werte, die Entzündungsreaktionen anzeigen, kommen vor. Studien haben belegt, dass die besten Ergebnisse durch eine Kombinationstherapie aus Diät und Beatmungstherapie entstehen, denn das Übergewicht ist wohl der größte Risikofaktor für eine Schlafapnoe. Aber auch individuelle Besonderheiten wie vergrößerte Mandeln, eine ungünstige Lage der Zunge, ein besonders langes Gaumensegel oder ein zu kleiner Kiefer können die Ursache sein. Für jeden Patienten gibt es die passende Therapie. Ein erholsamer Schlaf ist für den Körper enorm wichtig und immerhin auch der beste Start in einen entspannten Tag.

Sportverletzungen

Laut Statistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ereignen sich in Deutschland jedes Jahr rund 1,5 Millionen Sportunfälle. Schnell einmal schlägt der Tennisspieler hart auf und zerrt sich einen Muskel oder ein Jogger übersieht einen Ast und stürzt…mit 22,2 % sind die häufigsten Verletzungen an Muskeln und Sehnen und mit 17,5 % sogar Knochenbrüche. Hier ist ein Arztbesuch unumgänglich. Kleinere Verletzungen wie Zerrungen und Verstauchungen (18,6% aller Sportunfälle), Prellungen ( 14,4%) oder Schürfwunden (4,2%) können auch fachgerecht selbst behandelt oder gelindert werden. Wichtig bei allen Verletzungen: sie müssen schnell und richtig versorgt werden! Bei Gelenk-und Muskelverletzungen gilt laut Fachärzten für Sportorthopädie und Traumatologie grundsätzlich die sogennante PECH-Regel: Pausieren..Eis..Compression..Hochlagern. Auf keinen Fall sollte man mit dem Sport weitermachen, denn wer pausiert und kühlt, verringert den Schaden deutlich. Kälte verengt die Gefäße und vermindert so Schwellungen und Blutungen, vorallem wenn sie unmittelbar nach dem Unfallereignis angewendet wird. Außerdem wird sie als schmerzlindert empfunden. Zusätzliches Hochlagern des betroffenen Körperteils und das Anlegen eines Kompressionsverbandes verhindern ebenfalls eine weitere Ausweitung der Schwellung. Die PECH-Regel greift jedoch nicht bei Muskelkrämpfen; hier muss der entsprechende Muskel gedehnt werden, bei möglichen starken Schmerzen auch mit Hilfe eines anderen Sportlers. Auch hier ist es ratsam, danach zu pausieren; kühlen ist bei Krämpfen keine Option und bei häufigem Auftreten sollte man die Ursache auch ärztlich abkären. Im Zweifel sollte man bei jeder Verletzung lieber einen Arzt aufsuchen. Bei Prellungen sollte zum Beispiel auch genau hingeschaut werden, sie entstehen meistens durch einen Schlag gegen ein Körperteil wie einen Tritt gegen das Schienbein. Ist ein Gelenk geprellt worden, sollte sich besser ein Arzt die Verletzung ansehen, ebenso, wenn ein Bluterguss nach zwei bis drei Tagen immer noch schmerzhaft ist oder weiter anschwillt. Eine Zerrung ist eigentlich ein Mikroverletzung in der Muskulatur, die meistens langfristig folgenlos ausheilt. Dabei ist zunächst Ruhe erforderlich, in der Akutphase Kälte und dann nachfolgend Lockerung der Muskulatur und Wärme. Man sollte nicht an der schmerzenden Stelle massieren, sondern um sie herum. Massiert man an der betroffenen Stelle zu früh, können dort Muskelverkalkungen entstehen. Das kann auch passieren, wenn es sich nicht um eine Zerrung, sondern einen Faserriss mit Bluterguss handelt. Wenn der Ort der vermeintlichen Zerrung anschwillt oder Schmerzen anhalten, sollte man besser den Arzt aufsuchen. Beim “Umknicken” zerren für kurze Zeit enorme Kräfte an den Bändern und der Gelenkkapsel; dabei können Gefäße und die Kapsel einreißen und eine Schwellung samt Bluterguss entstehen. Ob es sich dann nur um eine Verstauchung handelt oder gar der Knochen verletzt ist, läßt sich nur durch die Symptome oder eine körperliche Untersuchung nur schwer feststellen. Will man eine ernsthafte Verletzung ausschließen, kann eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomografie Aufschluss geben. Schürfwunden sollten zunächst mit lauwarmem Trinkwasser gereinigt werden. Entdeckt man Fremdkörper wie Sand, Steinchen oder Splitter in der Wunde, sollten sie von einem Arzt entfernt werden. Sind keine Fremdkörper zu sehen, sollte ein Wunddesinfektionsmittel aufgetragen werden. Kleine Schürfwunden können auch ohne Pflaster heilen, größere sollten mit einer sterilen Wundkompresse oder einem Schnellverband abgedeckt werden. Wenn also die Verletzung eindeutig abgeklärt ist, kann man selbst die Heilung gut unterstützen und Beschwerden lindern. Wichtig ist, den Schmerz mit zum Beispiel Verbänden mit kühlenden und schmerzlindernden Salben in den Griff zu bekommen. Bei Schwellungen helfen heparinhaltige oder durchblutungsfördernde Salben; pflanzliche Wirkstoffe wären Beinwell, Arnika oder Rosskastanie. Bei Schürfwunden sind Salben oder Lösungen mit desinfizierenden Wirkstoffen sinnvoll, denn diese reinigen die Wunde sehr gut. Jeder Sportler sollte also über eine “Sportlerapotheke” verfügen und auch immer ein kleines Notfallpaket mit sich führen.

Ernährung

Möglicherweise schützt gesundes Essen mit etwas Fleisch besser vor Krankheiten als rein vegetarische Kost? Es kommt auf die Menge und Zubereitung an. Im Durchschnitt essen deutsche Männer täglich 170 g Fleisch (soviel wie ein kleines Schnitzel), Frauen etwa die Hälfte. Seit 2013 nimmt der Verzehr zwar leicht ab, dennoch kommen laut Experten immer noch zuviele Fleischportionen auf unsere Teller. Doch wieviel ist gesund? Die seit 18 Jahren laufende Epic-Studie sucht darauf eine Antwort. Diese Studie ist eine ” vorausschauende europäische Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs “. Zu Beginn nahmen 450000 Menschen aus zehn europäischen Ländern teil, auch aus Deutschland. 26000 von ihnen sind inzwischen verstorben. Experten der Uni Zürich werteten die Daten im vergangenen Jahr aus. Das Resümee: zunehmender Fleischkonsum geht mit einem erhöhten Risiko für einen verfrühten Tod einher. Die Auswertung bestätigt auch frühere Untersuchungen. Die Forscher machten auch eine sehr interessante Entdeckung: Nicht Vegetarier lebten am längsten, sondern die Menschen, die ein bißchen Fleisch aßen. Denn: Fleisch enthält eine ganze Reihe gesundheitsfördernder Substanzen, die man zwar auch in Pflanzen findet, aber unser Körper verwertet die tierischen Stoffe besser. Es gab noch eine weitere Überraschung: Studien in den USA hatten ergeben, dass vor allem der Verzehr von rotem Fleisch, etwa Rind oder Schwein mit vermehrten Gesundheitsrisiken einhergeht; in Europa fanden sich diese Zusammenhänge aber nicht. Vermutung: vielleicht braten US-Amerikaner das Fleisch stärker an oder essen es häufiger blutig, sodass der Verzehr schädlicher ist? Bei Betrachtung aller Studien scheint der Verzehr von Geflügel die bessere Fleischwahl zu sein. Besondere Gesundheitsgefahren bergen Lebensmittel wie Wurst, verarbeitetes Fleisch oder Schinken, die Nitritpökelsalze enthalten, die widerum die Bildung krebserregender Nitrosamine fördern. Laut der Studie verkürzen schon 50 g verarbeitetes Fleisch, also etwa zwei dünne Scheiben Schinken, die Lebenserwartung um 18% unter der Voraussetzung, man verzehrt sie 13 Jahre lang täglich. Beeindruckend, denn eine große Bratwurst bringt etwa schon 180 g auf die Waage! Aber nicht nur verarbeitetes, sondern auch falsch zubereitetes Fleisch kann schädlich sein; wird es beim Grillen oder Braten stark erhitzt, entstehen krebserregende heterozyklische aromatische Amine. Tropft beim Grillen Fett oder der Fleischsaft in die Glut, bilden sich krebsfördernde polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, ähnlich wie in Autoabgasen. Auch krebsauslösend können Viren in zum Beispiel nicht vollständig gegartem Rindfleisch sein. Länder, in denen die Menschen ihr Steak gerne blutig mögen, weisen eine höhere Darmkrebsrate auf. Doch es gibt ja auch die positiven Substanzen: laut Ernährungswissenschaftlern ist Fleisch ein hochwertiges Nahrungsmittel. Es enthält viel Eiweiß und lebensnotwendige Aminosäuren. Auch finden sich reichlich Eisen, Vitamin A, Zink und die B-Vitamine im Fleisch. Deshalb ist der gänzliche Verzicht auf Fleisch ohne ausreichende Ersatzlieferanten sicher nicht gesundheitsfördernd. Ernährungsbewußte Vegetarier schneiden jedoch in puncto Herzgesundheit gut ab; eine britische Studie wies bessere Fettwerte sowie niedrigeren Blutdruck bei Vegetariern im Vergleich zu Nicht-Vegetariern auf. Deshalb ist die Frage, ob völliger Fleischverzicht oder mäßiger Konsum für unsere Gesundheit besser ist noch nicht abschließend zu beantworten; vielleicht ist die Antwort in jedem Land anders? Eins sagt die Studie aber klar aus: Nur wer täglich weniger als 20 g verarbeitetes Fleisch zu sich nimmt, muss sich über eine verkürzte Lebenszeit keine Sorgen machen. Jeder muss also selbst abwägen, wie der Speiseplan aussehen sollte.

Ein Leben ohne Gallenblase

Unsere Vorfahren haben oft in großen Mengen und sehr unregelmäßig fettes Fleisch auf einmal gegessen….gut, daß in der Gallenblase reichlich Flüssigkeit gespeichert war, die dann auch kurzfristig für die Verdauung zur Verfügung stand. Wir modernen Menschen können notfalls auf dieses Zwischenlager Gallenblase verzichten, falls das Organ entfernt werden müsste. Dann jedoch müssten wir uns richtig ernähren ( 4-5 kleinere Mahlzeiten über den Tag; vermeiden fetter und frittierter oder gegrillter Speisen; schonendes Zubereiten leicht verdaulicher Speisen und vitamin- und ballaststoffreiche Zutaten ). Durch eine Dehnung der Magenwände wird beim Essen der Leber signalisiert, daß jetzt “Nahrung kommt”. Die dadurch angeregte Produktion des Verdauungssaftes reicht zumeist für eine normale Verdauung der Speisen aus. Doch wir modernen Menschen leben nicht immer gesund; ein Teil zur Entstehung von Gallensteinen (ca.25%) ist genetisch bedingt; die häufigsten Auslöser sind jedoch Bewegungsmangel und Übergewicht. Die Steinbildung wird durch eine kalorienreiche, kohlehydratdominierte Nahrung begünstigt. Schnelles Abnehmen durch Blitzdiäten beugt dem Problem jedoch nicht vor, denn dadurch verschiebt sich die natürliche, sinnvolle Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit und der Gallenstein bildet sich. Besser ist eine Gewichtsreduzierung mittels einer leicht fettangereicherten Diät, bei der sich die Gallenblase gut zusammenzieht und den Gallengries und kleine Steine durch den Gallengang in den Zwölffingerdarm drückt. Sie werden dann bevor sie sich vergrößern können ausgeschieden. Eine zu geringe Trinkmenge als Ursache wie zum Beispiel bei Nierensteinen ist hier kein Auslöser. Ebenfalls hat sogar Alkohol, für viele Erkrankungen ja sogar mitverantwortlich, hier auch keinen Einfluß; Kaffeegenuss ist laut Studien noch umstritten. Sind auch durchaus mehrere kleinere Steine in der Gallenblase vorhanden, verursachen aber keine Schwierigkeiten, muß diese nicht zwangsläufig entfernt bleiben. Erst wenn Steine im Gallengang stecken bleiben und eine Infektion verursachen, müssen sie endoskopisch über den Darm entfernt werden. Die blockierenden Steine rufen Koliken mit krampfartigen Schmerzen bis in den Oberbauch und sogar bis in die rechte Schulter hinauf hervor. Medikamentöse Verfahren oder Stoßwellentherapien haben sich laut Fachärzten nicht bewährt; heute ist das gängigste und im Moment beste Standardverfahren die Entfernung der Gallenblase mittels Bauchspiegelung, dem Schlüssellochverfahren. Durch drei winzige Schnitte auf der Bauchdecke werden unter Vollnarkose werkzeugführende Instrumente eingeführt, der Bauchraum zunächst mit Kohlendioxid aufgeblasen und dann eine Kamera mit Xenonlicht eingeführt. So ist gute Sicht gegeben und die Gallenblase kann sicher zerteilt in einem Bergebeutel entfernt werden.

Hyperhidrose – Wenn Schweiß zum Problem wird

Starkes Schwitzen beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Menschen sehr stark, trotzdem wird die Hyperhidrose selten als eigenständige und vor allem therapierbare Erkrankung wahrgenommen. Viele Patienten konsultieren einen Hautarzt wegen zum Beispiel Warzen, wunden Stellen oder Pilzerkrankungen. Oft sind aber eben diese Hautprobleme eine direkte Folge des starken Schwitzens. Laut Studien wissen Dermatologen, daß eine recht hohe Prozentzahl Patienten (14000 Befragte – 16,3% mit übermäßigem Schwitzen) unter diesem Symptom leiden. Bei 28% der Betroffenen beschränkt sich das Schwitzen auf die Handflächen, Fußsohlen und Achselhöhlen; 68% von ihnen schwitzen jedoch am ganzen Körper. Grundsätzlich ist Schwitzen eine lebenswichtige Reaktion, die den Organismus vor Überhitzung schützt. Steigt die Körpertemperatur, bilden die Schweißdrüsen ein wässriges Sekret, das auf der Haut verdunstet und so dem Körper die überflüssige Hitze entzieht. Am Tag verliert ein Mensch etwa im Schnitt 0,5 bis 0,7 Liter Flüssigkeit; bei Hitze können es bis zu drei Liter sein. Auch emotionaler Stress oder körperliche Anstrengung regen die Schweißproduktion an…bei der Hyperhidrose jedoch steht die Schweißmenge in keinem Verhältnis zu Stress oder Temperatur. Aus noch nicht bekannten Gründen geben dann die vegetativen Nerven verstärkt Signale ab, was dann zur Überstimulierung der Schweißdrüsen führt. Bei der sogenannten primären Hyperhidrose schwitzen die Patienten ohne erkennbare organische Ursache, meist örtlich begrenzt an Handflächen, Achselhöhlen oder der Stirn, manchmal auch am ganzen Körper. Die sekündäre Hyperhidrose hingegen ist ein Symptom einer Grunderkrankung und äußert sich zumeist generalisiert. Mögliche Ursachen können sein: Tumore, Übergewicht, Diabetes, Infektionen, Schilddrüsenüberfunktion oder die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren. Auch können Arzneimittel wie Blutdrucksenker, Psychopharmaka oder Schilddrüsenpräparate die Schweißbildung verstärken. Wenn ein Mensch auffällig schwitzt, sollte er zum Arzt gehen. Oft müssen mehrere Fachärzte zusammenarbeiten, um die tatsächlichen Ursachen zu entdecken. Sobald die Grunderkrankung dann behandelt wird, verschwindet in der Regel das übermäßige Schwitzen. Bei generalisiertem Schwitzen ohne Ursache helfen oft Medikamente, welche die Schweißbildung hemmen; das können auch Naturheilmittel wie zum Beispiel Salbeiextrakt sein. Bei örtlich begrenzten Symptomen raten die Hautärzte zunächst zu Cremes und Deos mit Aluminiumsalzen, die die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verengen. Bei schweren Fällen kann mit dem Bakteriengift Botulinumtoxin behandelt werden; es wird in die betroffenen Hautstellen gespritzt und blockiert die Schaltstellen zwischen den überaktiven Nerven. Die Wirkung kann bis zu einem halben Jahr anhalten, muß von Kassenpatienten allerdings meist selbst bezahlt werden. Als eine der letzten Maßnahmen können Schweißdrüsen auch operativ entfernt werden. Hautärzte sollten immer die individuell beste Lösung finden.