Ambulante Behandlung für Migranten im Trend

Die Zahl der älteren Migranten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die türkischen Immigranten, die medizinische Hilfe benötigen steigt ebenso weiter an. Obwohl die ambulanten Dienste einige Vorbehalte gegen die hilfsbedürftigen Immigranten haben, profitieren sie auch von ihnen, wie in einer Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) herausgefunden wurde. Die Wissenschaftler des IAT Sebastian Merkel und Peter Enste haben die Gesundheit und Pflege älterer Migranten zum Gegenstand ihrer Studie „Ageing in a Foreign Land“ gemacht und Umfragen, Diskussionen und Gespräche zwischen Migranten und Experten geleitet. Peter Enste berichtet, dass gerade die Migranten, die in der ersten Generation nun bereits ins Rentenalter kommen oder es schon erreicht haben, eher Probleme damit haben, medizinische Hilfe zu beanspruchen. Die kommenden Generationen migrierter Rentner werden mit dem Umstand der Pflegebedürftigkeit deutlich weniger Probleme haben.

Alles, nur kein Pflegeheim

Schon heute sei klar erkennbar, dass auch die deutschen Familien mit Migrationshintergrund unter dem Stern stehen, im Alter auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, weil die Kinder der älteren Migranten ebenfalls dem Ruf der Individualisierung folgen und eigene Wege gehen.
Die befragten Migranten aus der Türkei beantworten die Frage nach der in Anspruch zu nehmenden Hilfe mit eindeutigen Angaben. Dabei ist der Begriff „Pflegeheim“ ein absolutes Tabuthema. Die ambulanten Pflegedienste hingegen würden im Alter schon eher beansprucht werden, sofern sie in ihrem Angebot auch eine gewisse Sensibilität gegenüber anderen Kulturen zeigen. Dafür sei aber vor allem auch das passende Personal erforderlich. So sei es für die türkischen Migranten von großem Vorteil, wenn in den Pflegediensten auch türkisch-sprachige Mitarbeiter vertreten sind.

Ältere türkische Migranten sind für viele ambulante Pflegedienste eine Einnahmequelle, die sie nur zu gerne in Anspruch nehmen würden. Dafür reicht es aber noch nicht aus, die türkische Sprache zu sprechen und sich mit den kulturellen Höflichkeiten im durchschnittlichen Maße auszukennen. Schon vor dem Aufbau der Patientenkreise müssen die Dienste dafür sorgen, dass sie bekannter werden. Sie müssen Kontakte knüpfen und vor allem die Vorbehalte der Patienten ausräumen. Kooperationspartner für die eigene Praxis sind ebenfalls vorteilhaft. Aufgrund der Verteilung der Altersklassen ist es ratsam, schon jetzt derartige Konzepte ins Leben zu rufen, damit in ein paar Jahren auch der weiter steigende Bedarf gedeckt werden kann.

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