Dekubiti in der terminalen Phase

Retrospektiv untersuchten die Autoren des palliativmedizinischen Netzwerks „Antea Formad“ die Daten von 414 Patienten, die innerhalb eines Jahres wegen einer Krebserkrankung auf einer Palliativstation in Rom behandelt worden waren: Es handelte sich um 206 Männer und 208 Frauen in einem medianen Alter von 74 Jahren. 65% der Patienten kamen direkt von zuhause, 35% waren zuvor in anderen Einrichtungen betreut worden. Im Median betrug die Dauer des Aufenthalts auf der Palliativstation 38 Tage. 85% der Patienten verstarben im Untersuchungszeitraum, 11% wurden noch einmal entlassen und 4% lgen bei Ende des Auswertungszeitraums noch auf der Palliativstation. Am häufigsten litten die Patienten an gastrotestinalen Tumoren (30%), karzinomen der Lunge und Pleura (29%) sowie Urogenitaltumoren (19%). Ein Druckgeschür wiesen zu irgendeinem Zeitpunkt während der 6 Beobachtungsmonate 22,9% der Patienten auf. 14,5% wurden schon mit einem Druckgeschwür eingeliefert, das nicht mehr abheilte, weitere 1,9% hatten ein Druckgeschwür bei der Aufnahme, das aber zum Abheilen gebracht werden konnte. Die Behandlung eines bevorstehenden Dekubitus war also of nicht erfolgreich. 6,5% entwickelten während des Aufenthalts auf der Palliativstation neu ein Druckgeschwür, 53,5% davon in den letzten 6 Lebenstagen. Möglicherweise ist ein neu auftretender Ulkus in diesem Kontext auch ein Zeichen des beschleunigten körperlichen Verfalls in den letzten Lebenstagen, meinen die Autoren. Besonders häufig waren Dekubitalulzera bereits bei Aufnahme auf die Station bei Patienten mit einem Karnofski-Index von 20 oder 30. Zudem waren ein höheres Lebensalter sowie ein langer Aufenthalt auf der Palliativstation signifikant mit dem Risiko eines Druckgeschwürs assoziiert.

Fazit: Terminal Krebskranke haben ein hohes Risiko, in der letzten Lebensphase noch ein Druckgeschwür zu entwickeln, das oft nicht mehr abheilt – auch unter den Pflegebedingungen einer spezialisierten Palliativstation. Die Autoren fordern, sich stärker mit Prophylaxe und Therapie der Druckgeschwüre in dieser Situation auseinanderzusetzen, sehen aber auch, dass sie in einigen Fällen vielleicht gar nicht zu vermeiden sind.

2 Kommentare zu „Dekubiti in der terminalen Phase“

Kommentieren