Haltbarkeit von Medikamenten

Medikamente sind die kleinen Helfer in der Not. Bei Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfen und Schlafstörungen können sie genau das sein, was man in dem Moment benötigt. Aber auch Medikamente sind nur für einen begrenzten Zeitraum nutzbar. Mit der Zeit können sie verderben und nicht nur ihre Wirkung verfehlen, sondern zusätzlich unerwünschte Effekte verursachen. Viele Menschen jedoch halten sich nicht so genau an das Verfallsdatum auf den Verpackungen und konsumieren auch abgelaufene Medikamente nach eigener Einschätzung. Die GfK hat für die Apotheken Umschau kürzlich eine Umfrage veranlasst, die deutlich zeigt, dass rund 7% der befragten Personen ihre Medikamente auch dann noch verbrauchen, wenn sie eigentlich schon abgelaufen sind. Ferner geben etwa 5% an, dass sie verfallene Medikamente aufbewahren, weil sie eventuell später noch von Nutzen sein können.

Sprecher verschiedener Apotheken warnen jetzt vor dieser riskanten Sparmaßnahme. Bis zum angegebenen Verfallsdatum seien Funktionalität und Reinheit der Medikamente gewährleistet. Das auf den Verpackungen aufgedruckte Verfallsdatum sei auch laut dem Pharmakologen Professor Theo Dingermann nicht als bloße Empfehlung zu interpretieren. Die Präparate dürfen nach Ablauf der Haltbarkeit weder angeboten noch konsumiert werden, weil mit der Haltbarkeit auch die Zulassung der Medikamente abläuft. Ein Medikament kann aber dann auch seine Verwendbarkeit verlieren, wenn man es beispielsweise nicht korrekt lagert. Apotheker raten dazu, die Medikamente eher im Schlafzimmer als im Badezimmer zu lagern. Das Schlafzimmer sei in der Regel ein dunkler und eher kühler Ort, wohingegen das Badezimmer eher wegen der Wärme und der hohen Luftfeuchtigkeit negative Auswirkungen auf die Haltbarkeit der Medikamente hat.

Das Verfallsdatum selbst darf man als Verbraucher aber auch nicht mit der Aufbrauchfrist verwechseln, wenn Medikamente bereits angebrochen wurden. Die Verwendbarkeit verschiedener Präparate wird nur dann gewährleistet, wenn die Verpackung noch versiegelt ist. Dieser Punkt betrifft nicht die einzeln eingeschweißten Tabletten, sondern vielmehr Nasensprays, Augentropfen und Cremes, die Wasser enthalten und darum schnell Mikroben ansammeln können. Der Beipackzettel verrät meistens, wie lange das Medikament nach Anbruch verwendet werden kann. Im Zweifel kann man sich darüber aber auch in der Apotheke informieren. Ganz spezielle Rezepturen, die vom Apotheker nach individuellen Rezepturen gefertigt werden, haben sogar recht kurze Haltbarkeitszeiten, weil hier bewusst keine Konservierungsstoffe eingesetzt werden, die der Patient eventuell nicht verträgt. Aber auch hier können Kunden jederzeit nachfragen oder das Verfallsdatum auf der Verpackung beachten, das immer angegeben werden muss.

Kommentieren