HIV breitet sich weiter aus – besonders Homosexuelle sind betroffen

Wie eine neue Studie gezeigt hat, sind etwa 25% der homosexuellen Männer in den karibischen Ländern mit HIV infiziert. Dieses Phänomen begrenzt sich aber nicht nur auf die Karibik. Auch andere Regionen bringen immer wieder Fälle von HIV-Infektionen hervor, wenn es zum Geschlechtsverkehr zwischen Männern kommt. Als Ursache dafür wird das stark erhöhte Infektionsrisiko beim Analverkehr genannt. Der Studie nach zu urteilen lässt sich das Risiko, mit HIV infiziert zu werden, in einigen Regionen praktisch gar nicht kontrollieren. US-Forscher haben vor dem Welt-Aids-Kongress in Washington berichtet, dass sich der Virus in den meisten Staaten weiter unter den Männern aus, die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben. Dabei spielt der finanzielle Wohlstand der betreffenden Personen keine entscheidende Rolle.

Die sexuelle Praktik macht das Risiko aus.

Die sexuelle Praktik des Analverkehrs ist bei diesen Statistiken die wohl größte Ursache für die erhöhten Infektionsraten. Ohne Verhütungsmittel wie Kondome erhöht sich das Infektionsrisiko um den Faktor 18 gegenüber dem ungeschützten Geschlechtsverkehr zwischen Penis und Vagina. Als weiter führende Gründe für das Infektionsrisiko mit HIV unter homosexuellen Männern werden die häufigeren Wechsel der Geschlechtspartner angegeben, ebenso wie die Rolle beim Verkehr. Besonders der Mann in der passiven Position sei verstärkt gefährdet.

Chris Beyrer von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore und sein Forscherteam haben weiter aufgeführt, dass die Häufigkeit der HIV-Infektionen in vielen Ländern schon bei über 15% liegt. Mit rund 25% führen die karibischen Staaten die Tabelle an, gefolgt von Afrika mit 18% und Nordamerika mit 15%. Die USA selbst weisen seit 2001 einen jährlichen Anstieg der HIV-Infektionsrate um 8% aus. Die Studie hat zudem gezeigt, dass die europäischen Länder eine Infektionsrate (Prävalenz) von durchschnittlich 6% aufweisen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ebenfalls den Schwerpunkt der HIV-Infektionen im Bereich der homosexuellen Männer erkannt. Im Jahr 2011 wurden 2889 neue Fälle von HIV diagnostiziert, davon waren 1574 Patienten bekennende homosexuelle Männer. Auch wenn die Zahlen seit 2008 stetig sinken – seit der letzten Erhebung um etwa 7% – ist es für die Forscher des Robert-Koch-Instituts jedoch zu früh, um von einer wirklichen Trendwende zu reden.

Durch Prävention die Epidemie stoppen

Mit Blick auf das HIV-Risiko seien laut Osamah Hamouda vom RKI die homosexuellen Männer dem Infektionsrisiko deutlich stärker ausgesetzt, nicht zuletzt durch die häufig wechselnden Partner und die entsprechenden Sexualpraktiken. Daher sei hier das Risiko besonders hoch, auf einen mit HIV infizierten Geschlechtspartner zu treffen. Die Prävention habe aber dennoch gute Erfolge erzielt. Die Ansteckungen in Deutschland lägen zahlentechnisch sehr niedrig. Diese Erkenntnis kann die Deutsche Aids-Hilfe nur bestätigen. rund 70% der homosexuellen Männer schützen sich beim Geschlechtsverkehr mit anderen Männern durch Kondome, so die Umfragen.

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