Sterbebegleitung unter Druck

In Mecklenburg-Vorpommern kommt es zu einer fragwürdigen Entwicklung bei der Unterbringung von sterbenskranken Menschen in Hospizen.
Anstatt die Kranken und deren Angehörige ambulant zu betreuen, werden immer mehr stationäre Hospize eröffnet, obwohl die meisten alten Menschen lieber zu Hause sterben wollen. Anhand der Einwohnerzahl von Mecklenburg-Vorpommern wurde ursprünglich von der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz und Palliativmedizin berechnet, dass fünf stationäre Hospize im Land den Bedarf decken und absolut genügen.

Inzwischen arbeiten bereits sechs verschiedene Hospize in Bergen, Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Greifswald und Neustrelitz. Außerdem sind weitere vier stationäre Hospize in Planung bzw. schon vollständig geplant und stehen kurz vor der Umsetzung. Philip Stoepker von der Arbeitsgemeinschaft betonte, dass man diese Entwicklung mit großer Sorge sieht. Er fordert, dass ein Konzept entworfen und erarbeitet wird, welches Qualitätsvorgaben für die Arbeit in stationären Hospizen festhält. Allerdings räumt er im gleichen Atemzug auch ein, dass es sich hierbei um eine „umfassende Problematik“ handelt.

Generell sollte es laut Regina Prachtl, vom Neubrandenburger Dreikönigsverein, darum gehen, dass die ambulante Hospizarbeit so weit gefördert und ausgebaut wird bis die ambulanten Hospize nicht mehr benötigt werden. Wie Stoepke äußert, hat während seiner Arbeit als Pastor festgestellt, dass die meisten älteren Leute sowieso lieber in ihren eigenen vier Wänden sterben wollen, als in einer fremden Umgebung. Er hat aber auch beobachtet, dass es „große Reserven“ bei der Verbindung der Palliativmedizin und der Sterbebegleitung gibt.

Experten sind der Meinung, dass nur einer von 100.000 Einwohnern praktisch wirklich ein Hospizbett benötigt, dies wird in Mecklenburg-Vorpommern bei weitem und seit langer Zeit überschritten.

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