Zahl der Demenzkranken im Alter rückläufig

Während Demenz als ein nahezu ständiger Begleiter im Alter galt, ergab eine aktuelle Untersuchung aus Rotterdam, dass die Menschen im Alter geistig gesünder sind und bleiben. Die Zahl der Demenzfälle sank in den letzten zehn Jahren um etwa 25%.

Dass besonders in den Industriestaaten mit einem immer größer werdenden Altersdurchschnitt zu rechnen ist, ist weitgehend bekannt. Im Zuge dessen wurden von Ärzten und Wissenschaftlern auch steigende Zahlen im Bereich der Demenzerkrankungen befürchtet. Diese These konnte von der Rotterdam-Studie weitgehend widerlegt werden, die aufbauende Zahlen vorlegen konnte. Dieser Studie zufolge können Sie auch im hohen Alter mit wachsender Wahrscheinlichkeit einen geistig gesunden Lebensabend verbringen. Untersucht wurden zwei Gruppen von Menschen über 55 Jahren. Die Untersuchungen fanden mit zehn Jahren Versetzung statt. In beiden Gruppen wurden die Teilnehmer über einen Zeitraum von fünf Jahren auf Zeichen von Demenz getestet.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass die altersbedingte Demenz im Jahr 2000 mit 4,9 von 1000 Teilnehmern um etwa 25% seltener auftrat als noch im Jahr 1990, in dem Demenz noch bei 6,6 von 1000 Teilnehmern festzustellen war. Zwar ist der Unterschied nicht als wissenschaftlich signifikant zu bezeichnen, die Forscher sehen aber keinen Zufall in ihren Ergebnissen und können eine gewisse Tendenz ausmachen. Neben diesen Ergebnissen konnte im Zuge der Studie auch festgestellt werden, dass die Sterberate im Kreise der untersuchten Personen um etwa 37% ebenfalls zurückging.

Als mögliche Ursache erkennen die Forscher – darunter Dr. Monique Breteler – eine erfolgreichere Kontrolle der vaskulären Risikofaktoren, deren Wirkung bis dato noch umstritten war.
Die Teilnehmer im Jahr 2000 wiesen im Schnitt ein größeres Körpergewicht auf und litten vergleichsweise häufiger unter Diabetes als die untersuchten Personen im Jahr 1990, aber sie erhielten auch eine intensivere Behandlung mit Medikamenten wie zum Beispiel Statinen und Antithrombotika. Ein möglicher Zusammenhang wird nicht ausgeschlossen. Zudem litten die untersuchten Personen im Jahr 2000 deutlich seltener unter Schlaganfällen, die sich begünstigend auf eine eventuelle Demenzerkrankung auswirken können. Auch hier könnte eine Erklärung für das größere Demenzrisiko im Jahre 1990 liegen.

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