Pflege und Gesundheit

BAG-Urteil: Pflegezeit kann nicht mehrmals in Anspruch genommen werden

Laut einem aktuellen Urteil des Bundesarbeitsgerichtes, kurz BAG, kann Pflegezeit von einem Arbeitnehmer nur einmalig pro Pflegebedürftigem nahestehenden Verwandten beansprucht werden. Das soll auch gelten, wenn die Dauer der Pflegezeit unterhalb der Höchstdauer von sechs Monaten liegt.

Pflegezeit kann ein Arbeitnehmer dann beanspruchen, wenn er in einem Betrieb arbeitet, in welchem mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt werden und er einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in einer häuslichen Umgebung pflegt. Dabei beträgt die maximale Dauer der Pflegezeit allerdings sechs Monate. Zur Gerichtsverhandlung kam es, weil der Kläger, welcher gerade einmal fünf Tage Pflegezeit beansprucht hatte um seine Mutter zu pflegen, später erneut um zwei Tage Pflegezeit zum Pflegen seiner Mutter bat und die Arbeitgeberin dieses ablehnte. Die Klage war bereits in Vorinstanzen des Bundesarbeitsgerichtes erfolglos geblieben und blieb es auch vorm BAG.

Zur Begründung hieß es, dass das Recht auf Pflegezeit mit der erstmaligen Inanspruchnahme erloschen sei. Dies sei auch der Fall, wenn die in Anspruch genommene Pflegezeit weniger als die Höchstdauer von sechs Monaten betrage.

Familienpflegezeit: Hotline für Pflegende und Gepflegte

Bereits zum 1. Januar des Jahres 2012 ist das neue Gesetz zur Familienpflegezeit, welches berufstätigen die Vereinigung von Beruf und Pflege möglich machen soll, in Kraft getreten. Zu diesem Zweck soll auch ein neues Servicetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren Frauen und Jugend eingerichtet werden, dass Betroffenen bei sämtlichen Fragen rund um das Thema „Pflege und Hilfe im Alter“ helfen soll. Die Hotline zu diesem Servicetelefon lautet 0 18 01-50 70 90 und ist an den Tagen von Montag bis Donnerstag jeweils von 9 bis 18 Uhr mit Fachpersonal besetzt. Es wird neben der Familienpflegezeit auch über verfügbare Unterstützungsangebote in unmittelbarer Nähe zum Betroffenen informiert.

Die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist der Meinung, dass mit Hilfe der Familienpflegezeit ein moderner Weg geschaffen wird, um Beruf und Pflege miteinander vereinbar zu machen. Der besondere Vorteil sei, dass der Staat dazu keine neuen Leistungsgesetzte erfinden sowie keine neuen Schulden aufnehmen müsse.

Kleine und große Helfer für den Alltag

Im Alter den Haushalt selbst zu übernehmen und sämtliche Dinge ohne fremde Unterstützung zu regeln ist oft nicht einfach. Deshalb gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten und Hilfen, um alten Menschen im Alltag die Selbständigkeit zu erhalten und damit den Alltag zu erleichtern.

Mit zunehmendem Alter verändern sich viele Dinge: Rheuma oder Arthritis machen manche Bewegungen unmöglich, die Augen werden zunehmend schlechter und das Heben bzw. Greifen kann auch schwerer werden.

In solchen Situationen sind Betroffene froh, wenn es auch für alltägliche Situationen praktische Hilfen und Unterstützungen gibt. Denn mit der Hilfe des ein oder anderen Hilfsmittels können viele Dinge, welche zunehmend schwerer werden, weiterhin allein gemeistert werden. Ein Beispiel dafür ist das Öffnen einer Dose oder das selbstständige Essen, Trinken und Waschen.

Durch viele praktische Helfer kann so die Lebensqualität auch im Alter gewährt und gesteigert werden. Im Folgenden werden deshalb zahlreiche Produkte aufgelistet, welche die täglichen Aufgaben im Haushalt angenehmer machen. Weiterlesen »

Tod auf Bestellung

Euthanasie ist in den Niederlanden bekanntlich schon seit einigen Jahren unter bestimmten Umständen legal. Nun soll es allerdings ab März 2012 mobile Einsatzteams geben, welche jeweils aus einem Arzt und einer Pflegekraft bestehen, die den Sterbewilligen zu Hause besuchen und aktive Sterbehilfe leisten. Die aktive Sterbehilfe soll auch dann, und besonders dann erfolgen, wenn der Hausarzt die Euthanasie verweigert.

Die Pläne zur ambulanten Sterbehilfe kommen von einer Vereinigung aus den Niederlanden, welche sich „Niederländische Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende“ nennt. Diese Vereinigung mit Sitz in Den Haag möchte ab März sechs dieser mobilen Einsatzteams bereitstellen, um auf diese Weise im ganzen Land ambulante Sterbehilfe leisten zu können. Die Vereinigung sorgte bereits im letzten Jahr für großes Aufsehen, als man ankündigte, dass man im Jahr 2012 eine „Sterbehilfe-Klinik“ einrichten wolle.

Für beide Angebote wurde die Vereinigung von der niederländischen Ärzteorganisation „KNMG“ heftig kritisiert. Und nicht nur die niederländische Ärzteorganisation KNMG kritisiert die „Niederländische Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende“ für ihre Pläne. Auch deutsche Ärzte äußern Bedenken sowie Kritik, da man die ambulante Sterbehilfe als Versuch sieht um den Hausarzt, der seinen Patienten in der Regel wesentlich besser kennen sollte als ein Fremder, zu umgehen. Des Weiteren versucht die Vereinigung auf diese Weise die bisher bestehende Pflicht, einen zweiten Arzt zu konsultieren und dessen zweite Zustimmung einzuholen, zu umgehen.

Professor Raymond Voltz, welcher Vizepräsident der deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist, meldete ebenfalls Bedenken an, dass die Ablehnung der Euthanasie durch den Hausarzt oder einen weiteren Kollegen in der Regel gut begründet sein wird. Außerdem unterstreiche die Tatsache, dass der behandelnde Arzt die Euthanasie verweigert die Fragwürdigkeit dieser Initiative noch einmal.

Deutsche Ärzte sind außerdem davon überzeugt, dass man in Sachen Sterbehilfe am deutschen Weg festhalten sollte. Das heißt: Angst, Schmerzen und Verzweiflung der Patienten sollen nicht durch aktive Sterbehilfe genommen werden, sondern durch fürsorgliche Begleitung und kompetente Betreuung. Diese Faktoren versucht man in Deutschland in Form der Hospizbewegung umzusetzen. Bei einem Hospiz handelt es sich um eine ambulante und stationäre hospizliche Begleitungsform welche einzig und allein der Sterbebegleitung von Patienten dient. Ein zentrales Qualitätskriterium, welches Hospize versuchem umzusetzen ist es dabei die Lebensqualität anstatt der Lebensquantität zu achten.

Das schont Ihren Rücken

Wer einen Angehörigen pflegt, hat oft mit Rückenproblemen zu kämpfen. Hier einige Tipps, wie man die Wirbelsäule schonen kann:

  • Haltung bewahren: Gehen Sie immer in die Knie, wenn Sie an niedrigen Arbeitsflächen wie etwa der Matratze arbeiten müssen. Halten Sie Ihren Rücken dabei gerade, Ihre Füße sollten in Grätschstellung sein.
  • Höhe beachten: Bei einem verstellbaren Pflegebett sollten Sie die Höhe so einrichten, dass sich die obere Kante der Matratze kurz unterhalb Ihrer Leiste befindet.
  • Richtig in Position bringen: Müssen Sie einen Pflegebedürftigen aufrichten, anheben oder höher legen, stellen Sie Ihre Füße in Grätschstellung. Das sichert Ihnen einen festen Stand. Die Schrittstellung erlaubt Dynamik in der Bewegung, zum Beispiel, wenn Sie einen Pflegebedürftigen vom Stuhl ins Bett heben müssen.
  • Gezielt atmen: Atmen Sie vor einer kurzen, heftigen Belastung ein und während der Tätigkeit aus.
  • Schmerzen vorbeugen: Stellen Sie sich mehrmals am Tag einfach mit dem Rücken zur Wand. Kreuzen Sie dann auf Höhe der Lendenwirbelsäule die Arme im Rücken. Die Beine sollten Sie dabei hüftbreit und gerade an die Wand stellen.