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Tod auf Bestellung

Euthanasie ist in den Niederlanden bekanntlich schon seit einigen Jahren unter bestimmten Umständen legal. Nun soll es allerdings ab März 2012 mobile Einsatzteams geben, welche jeweils aus einem Arzt und einer Pflegekraft bestehen, die den Sterbewilligen zu Hause besuchen und aktive Sterbehilfe leisten. Die aktive Sterbehilfe soll auch dann, und besonders dann erfolgen, wenn der Hausarzt die Euthanasie verweigert.

Die Pläne zur ambulanten Sterbehilfe kommen von einer Vereinigung aus den Niederlanden, welche sich „Niederländische Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende“ nennt. Diese Vereinigung mit Sitz in Den Haag möchte ab März sechs dieser mobilen Einsatzteams bereitstellen, um auf diese Weise im ganzen Land ambulante Sterbehilfe leisten zu können. Die Vereinigung sorgte bereits im letzten Jahr für großes Aufsehen, als man ankündigte, dass man im Jahr 2012 eine „Sterbehilfe-Klinik“ einrichten wolle.

Für beide Angebote wurde die Vereinigung von der niederländischen Ärzteorganisation „KNMG“ heftig kritisiert. Und nicht nur die niederländische Ärzteorganisation KNMG kritisiert die „Niederländische Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende“ für ihre Pläne. Auch deutsche Ärzte äußern Bedenken sowie Kritik, da man die ambulante Sterbehilfe als Versuch sieht um den Hausarzt, der seinen Patienten in der Regel wesentlich besser kennen sollte als ein Fremder, zu umgehen. Des Weiteren versucht die Vereinigung auf diese Weise die bisher bestehende Pflicht, einen zweiten Arzt zu konsultieren und dessen zweite Zustimmung einzuholen, zu umgehen.

Professor Raymond Voltz, welcher Vizepräsident der deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist, meldete ebenfalls Bedenken an, dass die Ablehnung der Euthanasie durch den Hausarzt oder einen weiteren Kollegen in der Regel gut begründet sein wird. Außerdem unterstreiche die Tatsache, dass der behandelnde Arzt die Euthanasie verweigert die Fragwürdigkeit dieser Initiative noch einmal.

Deutsche Ärzte sind außerdem davon überzeugt, dass man in Sachen Sterbehilfe am deutschen Weg festhalten sollte. Das heißt: Angst, Schmerzen und Verzweiflung der Patienten sollen nicht durch aktive Sterbehilfe genommen werden, sondern durch fürsorgliche Begleitung und kompetente Betreuung. Diese Faktoren versucht man in Deutschland in Form der Hospizbewegung umzusetzen. Bei einem Hospiz handelt es sich um eine ambulante und stationäre hospizliche Begleitungsform welche einzig und allein der Sterbebegleitung von Patienten dient. Ein zentrales Qualitätskriterium, welches Hospize versuchem umzusetzen ist es dabei die Lebensqualität anstatt der Lebensquantität zu achten.

Beratungsplattform rund um die Pflege

Wenn ein Mensch den Alltag nicht mehr ohne Hilfe bewältigen ann, übernehmen meist Angehörige die verantwortungsvolle Aufgabe, geeignete Unterstützung zu organisieren. Dabei stehen sie vor vielen Fragen. Mit Pflege.de startete jetzt eine neue unabhängige Beratungsplattform rund um das Thema Pflege. Pflege.de unterstützt Pflegebedürftige und deren Angehörige auf der Suche nach geeigneten Pflegeleistungen. Neben dem redaktionellen Angebot der Website, das die wichtigsten Themen des Pflegesektors aufgreift und über aktuelle Entwicklungen berichtet, beraten Pflegefachkräfte an einer kostenlosen Telefonhotline (0800-24241212) bei individuellen Fragen oder der Suche nach einem Pflegeplatz.

www.pflege.de

Modellprojekt für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige überschätzen leicht ihre Kräfte und erkennen Überforderung erst spät. Das neue Online-Beratungsangebot pflegen-und-leben.de bietet nun ein psychologisches Beratungsangebot für betroffene Angehörige. Kernstück der neuen Internetplattform ist eine persönliche psychologische Online-Beratung für pflegende Angehörige bei seelischer belastung – anonym und kostenfrei. Der Zugang zur Online-Beratung ist einfach: Nach der Einrichtung eines anonymen Benutzerkontos können pflegende Angehörige ihre Fragen und Sorgen an das geschulte Psychologinnen- und Psychologen-Team richten, das zur Verschwiegenheit verpflichtet ist. Gemeinsam wird dann mit den Ratsuchenden an individuellen Lösungen gearbeitet, die den seelischen Druck aus dem Pflegealltag nehmen. Das niedrigschwellige Online-Angebot versteht sich nach eigenen Angaben als fachkompetenter Beistand, wenn den Angehörigen die Zeit fehlt oder die Hemmschwelle für ein persönliches Gespräch in einer Beratungsstelle vor Ort zu groß ist.

www.pflegen-und-leben.de / www.catania-online.org

Umgang mit pflegenden Angehörigen

Die Familie ist noch immer der „größte und leistungsfähigste Pflegedienst“ in Deutschland. Von den über 2 Millionen Pflegebedürftigen werden mehr als zwei Drittel zu Hause, der überwiegende Teil ausschließlich durch die Angehörigen, versorgt. Auf professionelle Dienste wird oft erst dann zurückgegriffen, wenn entweder nicht genügend Hilfsleistungen privat oder aus der Familie erbracht werden kann oder wenn der Einsatz von professionellen Pflegekräften unbedingt erforderlich ist. Um eine gute, partnerschaftliche Zusammenarbeit von beruflich Pflegenden mit den pflegenden Angehörigen zu erreichen, ist es wichtig, die Situation der Angehörigen zu verstehen.

Wenn man von pflegenden Angehörigen spricht, so handelt es sich dabei meist um Frauen. Sie sind als Ehefrauen oft selbst alt und unterstützungsbedürftig, als Tochter bzw. Schwiegertochter oftmals im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. Sie tragen die Hauptlast der Pflege und sind dabei notorischen Be- und Überlastungen ausgesetzt, die mit erheblichen Gesundheitsgefährdungen und zusätzlichen Risiken eigener Pflegebedürftigkeit verbunden sind. Ihnen drohen oft Erschöpfungszustände.

 

Gründe:

  • Sie fühlen sich für das Wohlergehen ihres „Patienten“ verantwortlich und haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie auch einmal an sich selbst denken
  • Sie kommen meist unvorbereitet in die Pflegerolle, müssen medizinische Krisen vermeiden und falls diese trotzdem eintreten, diese bewältigen
  • Sie erbringen Leistungen der Grund- und Behandlungspflege, überwachen vom Arzt auferlegte Regeln und medizinische Vorschriften, die eigentlich einer spezialisierten Fachausbildung bedürfen
  • Sie bewältigen, neben der alltäglichen Haus- und Familienarbeit, erhebliche zeitliche, physische und psychische Aufwendungen für die Pflege
  • Sie müssen sich an Veränderungen, wie Verschlechterungen, die im Laufe des Krankheitsprozesses auftreten, anpassen und versuchen unter den gegebenen Umständen so normal wie möglich mit anderen umzugehen und ihre eigene Lebensart beizubehalten
  • Sie müssen nicht selten Problemen in der beziehung und der Familie entgegnen
  • Nicht zuletzt müssen sie mit den Aufwendungen für Pflege und medizinische Behandlung finanziell zurechtkommen, oftmals vor dem Hintergrund von weniger Einkommen, da sie nicht mehr oder nur noch eingeschränkt berufstätig sind

Ziel:

  • Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Angehörigen
  • Entlastung der pflegenden Angehörigen durch professionelle Pflegeleistungen
  • Gute Hilfsmittelversorgung
  • Vernetzung aller an der Pflege beteiligten Personen und Berufsgruppen
  • Umfassende Beratung zu unterstützenden Diensten

Maßnahmen

Mit dem privaten Umfeld, also vor allem den pflegenden Angehörigen und anderen Familienangehörigen, sind professionelle Pflegekräfte fast immer konfrontiert. Auf die zurzeit sicher nicht ausreichenden Angebote für Familienangehörige wie Pflegekurse oder Gesprächskreise gehen nur wenige Angehörige ein. Die Beziehung zwischen dem pflegebedürftigen Menschen, seinen Angehörigen und professionellen Pflegekräften ist für die Qualität der Pflege und Betreuung sowie das Wohlbefinden aller Beteiligten von zentraler Bedeutung. Um sie aufzubauen und zu erhalten ist die Anerkennung und Wertschätzung der Pflegearbeit der pflegenden Angehörigen unerlässlich, Korrekturen daran, wie Beratung und Schulung, müssen mit Fingerspitzengefühl durchgeführt werden. Beratung und Schulung sowohl der Pflegebedürftigen als auch der Angehörigen findet situationsbezogen und mit dem Ziel der Entlastung der Angehörigen statt.

Beratung:

  • Gesundheitsfördernde, bzw. gesundheitssichernde Pflegetechniken
  • Angemessene Hilfsmittelversorgung
  • Niederschwellige Betreuungsangebote durch ehrenamtliche Helfer und Helferinnen

Selbstpflege der Angehörigen:

  • Angehörige müssen lernen für sich selbst zu sorgen und ihre eigenen Bedürfnisse anzuerkennen. Pflegekräfte können hier emotionale Unterstützung bieten
  • Pflegende Angehörige müssen dafür Sorge tragen, nicht durch die Pflege ihres Pflegebdürftigen in gesellschaftliche und soziale Isolation zu geraten
  • Sie sollten für sich die Möglichkeit der Verhinderungspflege bzw. Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen
  • Pflegende Angehörige sollten sich ab und zu ein paar pflegefreie Tage gönnen und zum Beispiel am Wochenende wegfahren, allein oder mit Partner, mit Freunden oder Bekannten
  • Ein Pflegedienst kann hierzu gezielte Angebote machen, wie die Pflege des Patienten in dieser Zeit sichergestellt werden kann
  • Gegen die körperlichen Belastungen der Pflegetätigkeit hilft am besten eine ausgleichende Sportart, die dem Rücken gut tut und entspannt wie Schwimmen, Yoga oder gezieltes Rückentraining
  • Ergänzende Hilfsdienste der ambulanten Versorgung wie Essen auf Rädern, hauswirtschaftliche Versorgung, Besuchsdienste können helfen, eine eigenständige Lebensführung aufrechtzuerhalten und Angehörige zu entlasten

Weitere Unterstützung durch professionell Pflegende:

  • Gute Pflegeüberleitung
  • Regelmäßige Kontakte und Besprechungen mit den beteiligten Berufsgruppen
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Hausarzt
  • Vermittlung von Krisenberatung

 

Aktionswochen Demenz 2011

In diesem Jahr (September) finden in Düsseldorf die Aktionswochen Demenz unter dem Motto „Im Stadtteil leben, Hilfe finden“ statt.

Gerade der vertraute Stadtteil ist für Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, von zentraler Bedeutung. Hier sind über Jahre Bindungen entstanden, die Stabilität und Sicherheit vermitteln. Im Rahmen der Aktionswochen werden die Hilfsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz, Angehörige und Freunde in den Stadtteilen vorgestellt. Denn wenn Menschen mit Demenz frühzeitig in das Hilfsnetz des Stadtteils eingebunden werden, kann ein weitgehend selbständiges Leben zu Hause auch mit einer Demenzerkrankung lange gelingen.

Weitere Informationen (Programmheft) erhalten Sie: Demenz-Servicezentrum Region Düsseldorf, Amt für soziale Sicherung und Integration, Willi-Becker-Allee 8, 40227 Düsseldorf, 0211-8922228 oder www.duesseldorf.de/demenz