Reform bleibt auf halbem Weg stecken
Am Pflege-Neuausrichtungsgesetz wird derzeit harte Kritik ausgeübt, viele Branchenverbände kritisieren den Entwurf aufs schärfste. Die Diakonie äußerte, dass sich der Gesetzesentwurf ihrer Meinung nach zu stark auf kurzfristige Lösungen konzentriert während langanhaltend sinnvolle Gesetze fehlen. Außerdem würden die großen Probleme der Pflegeversicherung wie beispielsweise die Umsetzung und genaue Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs weiter aus den Konzepten ausgeklammert, meint Maria Loheide, sozialpolitischer Vorstand des Diakonischen Werkes, zu einer Anhörung anlässlich der Pflegereform im Bundesgesundheitsministerium.
Weiter meinte der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, dass die Reform “auf halbem Weg stecken bleibt” sofern nicht zeitnah die spezifischen Bedürfnisse von Demenzkranken bei der Pflegebedürftigkeits-Einstufung berücksichtigt werden. Thomas Greiner, Chef des privaten Arbeitgeberverbandes Pflege ist währenddessen der Meinung, dass “unser brennendstes Problem”, welches für Greiner die Gewinnung von zusätzlichen Fachkräften ist, “überhaupt nicht berücksichtigt wird”. Er wünscht sich, dass sowohl Politik, Arbeitgeber und die Gewerkschaften dieses Jahr Fachkräfte in das Zentrum aller ihrer Bemühungen stellen. 2012 müsse “zum Jahr der ‘Pflegenden Hände’ werden. Weiterlesen »
Demenz: Es fehlt an Kompetenzen
Wie aus einer Studie des Institus für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen hervorgeht sind angehende Pflegefachkräfte in Sachen Demenzbetreuung nicht ausreichend kompetent. Die Wissenschaftler vom Institut für Public Health und Pflegeforschung befragten dazu über merhere Monate über 1000 Altenpflege- und Krankenschulen in Deutschland sowie über 2000 Auszubildende im Bereich der Pflege.
Dabei wurden deutliche Unterschiede bei der Vermittlung von pflegerischen Kompetenzen deutlich, welche sich besonders zwischen verschiedenen Ausbildungsgängen zeigten. Schulen für Gesundheits- und Krankheitspflege stehen demnach den Altenpflegeschulen in Sachen innovativer und vielfältiger Ansätze und Trainingsmöglichkeiten zur Versorgung demenzkranker Menschen deutlich nach. Weiterlesen »
Sterbebegleitung unter Druck
In Mecklenburg-Vorpommern kommt es zu einer fragwürdigen Entwicklung bei der Unterbringung von sterbenskranken Menschen in Hospizen. Anstatt die Kranken und deren Angehörige ambulant zu betreuen, werden immer mehr stationäre Hospize eröffnet, obwohl die meisten alten Menschen lieber zu Hause sterben wollen. Anhand der Einwohnerzahl von Mecklenburg-Vorpommern wurde ursprünglich von der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz und Palliativmedizin berechnet, dass fünf stationäre Hospize im Land den Bedarf decken und absolut genügen.
Inzwischen arbeiten bereits sechs verschiedene Hospize in Bergen, Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Greifswald und Neustrelitz. Außerdem sind weitere vier stationäre Hospize in Planung bzw. schon vollständig geplant und stehen kurz vor der Umsetzung. Philip Stoepker von der Arbeitsgemeinschaft betonte, dass man diese Entwicklung mit großer Sorge sieht. Er fordert, dass ein Konzept entworfen und erarbeitet wird, welches Qualitätsvorgaben für die Arbeit in stationären Hospizen festhält. Allerdings räumt er im gleichen Atemzug auch ein, dass es sich hierbei um eine “umfassende Problematik” handelt. Weiterlesen »
Kassen sollen Organspende-Votum anstupsen
Nachdem monatelang hinter verschlossenen Türen über eine Veränderung des Transplantationsgesetzes diskutiert wurde, gewinnt die Debatte jetzt auch immer mehr an öffentlichem Interesse und an Tempo. Nachdem die Abgeordneten aller Fraktionen im Bundestag eine Grundsatzeinigung über eine Neuregelung der Organspende erreicht hatten wurde schließlich ein neuer Gesetzesentwurf vorgelegt.
Der amtierende Bundesgesundheitsminister, Daniel Bahr von der FDP, lobte den Antrag als einen enormen Erfolg, da es wichtig sei über die Gewebe- und Organspende zu informieren. Bahr sagte außerdem, dass jeder der selbst keine eindeutige Entscheidung in Form eines Organspendeausweises trifft, seine Angehörigen eine Entscheidung auflastet. Diese Entscheidung müsse dann oft in schwierigen Situationen getroffen werden und sollte deshalb besser selbst zu Lebzeiten geklärt werden. Nach dem neuen Gesetzesentwurf soll jeder Bürger der Bundesrepublik in die Lage versetzt werden, sich ernsthaft mit der Frage nach seiner persönlichen Spendebereitschaft zu befassen. Dazu soll jeder Bürger über 16 Jahre ausdrücklich dazu aufgefordert werden eine Entscheidung betreffend der Organspende abzugeben. Dieses Modell würde dann an die Stelle der derzeit geltenden so genannten “erweiterten Zustimmungslösung” treten. Weiterlesen »
Unterbringung kann verhindert werden
Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass allein die Notwendigkeit der Überwachung von Medikamenteneinnahmen eine stationäre Unterbringung von Patienten nicht rechtfertigt.
Wenn mit der Unterbringung eines Patienten in einem Krankenhaus oder anderen Einrichtigungen lediglich die regelmäßige Einnahme von erforderlichen Medikamenten sichergestellt werden soll, dann ist diese Unterbringung in Zukunft unzulässig. Dies gilt allerdings nur dann, wenn eine Überwachung durch einen ambulanten Pflegedienst in Form von Hausbesuchen möglich ist, da in manchen Fällen die Einnahme der Medikamente sichergestellt werden muss, was ohne Hausbesuche durch einen Pflegedienst kaum möglich ist. Zu diesem Entschluss kam der Bundesgerichtshof kürzlich. Weiterlesen »