Epilepsie

Laut einer großen internationalen Studie könnten mehr Menschen mit Epilepsie als bisher von einer Operation profitieren. Die Forscher werteten Daten von knapp 10000 Patienten aus, die sich aufgrund unzureichender Behandlungsergebnisse durch Medikamente einer entsprechenden Operation unterzogen hatten. Danach waren 58 Prozent der betroffenen Erwachsenen komplett anfallsfrei, bei den Kindern lag die Erfolgsquote sogar noch etwas höher. Für Fachärzte ist das ein Grund mehr, auch einen chirurgischen Eingriff in Betracht zu ziehen, wenn Medikamente den Patienten nicht helfen. Etwa 10 Prozent der Patienten könnten von einer Operation profitieren; wenn laut Fachärzten zwei Medikamente nicht ausreichen, um Anfälle zu verhindern, sollte die Möglichkeit eines Eingriffs zumindest untersucht werden. Derzeit werden in Deutschland nur 500 Operationen pro Jahr bei der sogenannten pharmakoresistenten Epilepsie durchgeführt, bei der Gesamtzahl an Patienten  ein sehr geringer Anteil. Laut der deutschen Epilepsievereinigung befinden sich rund 500000 Betroffene in ärztlicher Behandlung; somit könnten laut Experten davon mehrere 10000 durch eine Operation dauerhaft anfallsfrei werden.

Das wäre ein sehr wichtiges Ziel, denn häufig werden epileptische Anfälle unterschätzt. Vor allem generalisierte Anfälle, die ein Impulsgewitter im ganzen Gehirn auslösen und neben Krampfanfällen auch Bewußtlosigkeit verursachen, sind riskant. Die Folgen können dramatisch sein und zum Beispiel Herzrhythmusstörungen verursachen oder die Atemregulation beeinträchtigen. Schätzungsweise 600 bis 1000 Patienten sterben in Deutschland jährlich an den Folgen eines epileptischen Anfalls.

Dabei gilt die Epilepsie heutzutage als gut behandelbar. Zwei Drittel der Patienten werden allein durch Medikamente dauerhaft anfallsfrei; sie sind immer noch der Hauptpfeiler der Therapie. Die modernen Medikamente wirken zwar nicht besser als früher, sind aber verträglicher und haben so die Behandlung deutlich verbessert. Auch die Weiterentwicklung läuft; mehrere Wirkstoffe werden derzeit klinisch geprüft, unter anderem auch Substanzen aus der Cannabispflanze. Hier sind die Experten jedoch, was die Wirkungsmöglichkeiten angeht, noch skeptisch. Der Trend der neuen Studien geht in Richtung Entwicklung spezifischer Therapien für einzelne Epilepsieformen.

Oft dauert es trotz der guten therapeutischen Möglichkeiten Jahre, bis die Erkrankung diagnostiziert wird. Auch Patienten, bei denen Medikamente nicht ausreichend ansprechen, werden im Durchschnitt erst 16 Jahre nach dem ersten Anfall operiert. In dieser Zeit kann für diese Menschen viel passieren: Verlust des Führerscheins oder der Arbeit und teilweise auch des Freundeskreises. Trotzdem scheuen viele Betroffene aus Angst vor einem Eingriff am Gehirn den Gang in ein Fachzentrum zu einer stationären Diagnostik. Viele wissen auch gar nicht um die Möglichkeiten oder haben sich an ihre Situation gewöhnt. Die Ängste werden ernst genommen, die diagnostischen und therapeutischen Methoden sind in den letzten Jahren jedoch stetig verbessert worden. Vor allem die Bildgebung hat sich deutlich verbessert, in modernen MRT-Apparaten kann eine detailiertere Sicht auf das Gehirn und viel mehr seiner einzelnen Schichten genommen werden. So kann sich auch komplexeren Fällen angenommen werden. Oft kann man auf dem MRT-Bild schon kleine Veränderungen, die für Anfälle verantwortlich sein können, erkennen. Auch können sich mittlerweile niedergelassene Neurologen in entlegeneren Regionen durch die neuen Techniken per Videokonferenzen mit Fachkliniken  über Patienten und deren therapeutische Möglichkeiten austauschen und so ein schlüssiges Behandlungskonzept für die Betroffenen entwickeln. Die Frage, ob eine Operation für einen Patienten infrage kommt, kann jedoch nur in einem Epilepsiezentrum selbst geklärt werden. Der Betroffene wird dort für ein Elektroenzephalogramm (EEG) verkabelt; eine Vielzahl von Elektroden auf dem Kopf nimmt die Nervensignale aus dem Gehirn auf und sendet sie per Funk an die Zentrale. Die Mediziner warten dann auf einen epileptischen Anfall; der Patient wird zusätzlich rund um die Uhr per Video überwacht. Ein Arzt im Nebenraum kann über Monitore jede Regung des Gesichts und der Augen und ansonsten auch jede Bewegung beobachten und so Informationen sammeln, in welcher Region des Gehirns die Epilepsie beginnt. Das ist dann die Voraussetzung für einen möglichen chirurgischen Eingriff; manche Patienten müssen, um einen Anfall auszulösen, für die Dauer des Aufenthalts ihre Epilepsiemedikamente absetzen. Ist die Auflösung für ausreichende EEG-Daten zu schwach können die Elektroden für die Dauer der Untersuchung operativ auch unter die Schädeldecke implantiert werden ( sogenannte Tiefenelektroden werden heute häufiger eingesetzt ) . Schließlich ermittelt eine neurophysiologische Untersuchung dann, ob ein Eingriff körperliche oder geistige Fähigkeiten verändern würde. So versuchen die Fachmediziner, das Risiko eines Eingriffs auf ein Minimum zu reduzieren. Mögliche Eingriffe:

Resektion Entfernen der fehlerhaften Gehirnbereiche, von denen die Epilepsie-Signale ausgehen, durch Neurochirurgen. Hier wird unter Vollnarkose die Schädeldecke eröffnet und das schadhafte Gewebe mittels Mikrosaugern, Ultraschall oder einer stromdurchflossenen Pinzette entfernt.

Durchtrennung Hier genügt es, die Nervenverbindungen des schadhaften Gewebes zum Rest des Gehirns zu durchtrennen.

Stimulationsverfahren Elektrische Impulse (mithilfe von Elektroden erzeugt) sollen die Aktivität von Nervenzellen im Gehirn beeinflussen.  Bei der tiefen Hirnstimulation wird ein Stimulator unter das Schlüsselbein implantiert. Die Elektroden kommen dann in den tiefen Bereich des Gehirns, den Thalamus. Dadurch werden die Anfälle meistens nicht verhindert, sondern allenfalls reduziert. Gleiches bei der Nervus-vagus-Stimulation; dabei wird die Elektrode im Halsbereich am Vagusnerv befestigt. Dieser Nerv verbindet den Hirnstamm mit zahlreichen inneren Organen. Vermutlich aktivieren hier die Schrittmacherimpulse hemmende Nervenzellen; diese Art der Stimulation eignet sich dann, wenn kein Herd gefunden werden kann oder der Patient keinesfalls am Gehirn operiert werden möchte.

Fitness für den Kopf

Viele Studien belegen: Sport nutzt unserem Gehirn, er steigert die Denkleistung, hilft beim Stressabbau und lässt Nervenzellen spriessen. Im Vergleich von Sportmuffeln und Ausdauersportlern haben Wissenschaftler erkannt, dass bei den aktiven Studienteilnehmern unterschiedliche Hirnregionen besser vernetzt sind. Das Frontalhirn zum Beispiel, welches für schwierige Leistungen wie Entscheiden, Planen oder Analysieren zuständig ist, profitiert davon. Auch die Hirnregion des Hippocampus, zuständig für Gedächtnis, Lernen und räumliche Orientierung, vergrößert sich bei den Ausdauersportlern. Denn seit der Jahrtausendwende wissen die Forscher, das sich Hirnzellen durchaus erneuern und nicht nur absterben; vor allem im Hippocampus. Hier ist es besonders nützlich, weil diese Region das “ Eingangstor zum Gedächtnis “ bildet. Gehirnjogging, also Jonglieren oder Kartenspielen zum Beispiel, fördert das Gedächtnistraining. Den laut der Studien eindeutigsten Erfolgsbeleg fanden die Forscher einzig beim Sport; er verstärkt die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus und bremst deren Schwund in zunehmendem Alter. Studien mit Schülern belegen, das je länger die Strecke innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls war, desto besser die durchschnittlichen Leistungen in Mathematik. Umgekehrt belegte der zehntägige Verzicht von Leistungssportlern auf ihr Training eine deutliche Verschlechterung der Durchblutung ihres Hippocampus. Gemessen wurden die Werte im Magnetresonanztomographen (MRT). Eine genaue Erklärung für den Einfluss von körperlicher Aktivität auf die geistige Leistung haben die Forscher noch nicht…die Zusammenhänge sind zu komplex. Mögliche Erklärungen bisher sind die Bildung neuer Blutgefäße oder ein Protein als Schlüsselfaktor für das Spriessen neuer Hirnzellen. Wahrscheinlich ist auch eine Kombination der Wirkmechanismen und die Aktivitätssteigerung des gesamten Gehirns durch Sport, was dann auch die Denkleistung verbessert. Weitere Studien belegen nicht nur eine Verbesserung der geistigen Fitness, sondern auch die der verminderten Schmerzwahrnehmung und Entgegenwirkung bei Depressionen. Die sogenannten Neurotransmitter, über die Nervenzellen miteinander kommunizieren, aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns und vermitteln das durch den Sport erzeugte Wohlgefühl. Sport baut ausserdem Stress ab und macht den Kopf „frei“. Bei psychischer Überforderung oder wenn zu viele anstehende Entscheidungen zu treffen sind, hilft die Bewegung durch Anregung der Region des Gehirns, welche die Bewegung steuert, die Region für das Denken herunterzufahren. Danach ist dann wieder ein besseres Denken möglich. Der aktuelle Forschungsstand besagt, das Sport den mit zunehmendem Alter einhergehenden geistigen Leistungsverlust wohl nicht vollständig ausgleichen kann, aber dennoch in erstaunlichem Maß. Bereits geringe körperliche Anstrengungen wie Gartenarbeit oder Spaziergänge ergaben bei über 75-jährigen Studienteilnehmern bereits messbare positive Effekte. Experten empfehlen bisher mehrmals pro Woche 30 Minuten Sport bei moderater Belastung; immer mit Spaß und die Intensität selbst bestimmen…bei Vorerkrankungen sollte das Trainingsprogramm mit dem Arzt abgesprochen werden. Wer körperlich fit ist, kann besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben; das Gehirn braucht den vielfältigen Input, Kreuzworträtsel reichen dafür nicht aus.

Hausapotheke

Für Notfälle ist die Vorhaltung eines kleinen Vorrates an Medikamenten und Verbandmaterial in jedem Haushalt sehr sinnvoll. Der beste Ort für die Aufbewahrung der Hausapotheke sind das Schlafzimmer, eine Abstellkammer oder der Flur; denn der Ort sollte kühl, trocken und dunkel sein. Ein Großteil der Bevölkerung wählt zur Aufbewahrung jedoch Küche und Badezimmer, aber genau hier kann es wegen hoher Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen zum Wirkungsverlust oder schlimmstenfalls zur Bildung giftiger Abbauprodukte der Medikamente kommen.

Das Schränkchen oder der Koffer, indem Medikamente und Verbandmaterial aufbewahrt werden, sollte unbedingt abschließbar sein, wenn Kinder im Haushalt leben. Denn diese sind naturgemäß neugierig und die Folgen des Mißbrauchs von Medikamenten als Spielzeug oder „Bonbons“ können lebensgefährlich sein. Nicht in die Hausapotheke gehören verschreibungspflichtige Medikamente wie Opiate oder Blutdruckmittel, denn diese sollten nur nach Verschreibung des Arztes vom jeweiligen Patienten eingenommen und nach Ende einer Therapie entsorgt und nicht weiter aufgehoben werden. Ebenfalls nicht in die Hausapotheke gehören Chemikalien, Tierarznei oder Reinigungsmittel. Sinnvoll ist auch eine schriftliche Auflistung der wichtigsten Notfallnummern wie zum Beispiel der 112, denn oft passiert es im Notfall, dass man vor Aufregung die einfachste Nummer nicht parat hat. Auch die Nummern des ärztlichen, zahnärztlichen und des Apothekennotdienstes gehören sinnvollerweise auf diese Liste, die dem Notfallkasten beiliegen sollte. Mindestens einmal im Jahr sollte die Hausapotheke auf Vollständigkeit überprüft werden und dem Bedarf der gesamten Familie angepasst sein; Zäpfchen für Säuglinge eignen sich zum Beispiel für Kleinkinder mit Fieber nicht mehr usw.

Da Packungen sich oft ähneln, ist es sinnvoll die Medikamente zusätzlich zu beschriften und auch Anbruchdatum und Dosierung gut sichtbar zu notieren, sodass im Notfall schnell darauf zugegriffen werden kann. Beim jährlichen Check sollte dann auch auf die Verfallsdaten geachtet werden; manchmal gibt es auch Hinweise auf Schäden vor dem Verfallsdatum wie Verklebungen, Verfärbungen oder zerbröselte Tabletten, die dann vorzeitig ausgetauscht werden sollten. Auch die Beipackzettel sollten für wichtige Informationen immer der Verpackung beiliegen. Für Salben, Cremes, Säfte oder Tropfen gilt die Haltbarkeit nach dem Öffnen sehr häufig nur noch eine begrenzte Zeit, wie zum Beispiel die meisten Augentropfen nach Anbruch nur noch maximal sechs Wochen verwendbar sind.

Wohin mit aussortierten Medikamenten? Keinesfalls sollten sie einfach in der Toilette heruntergespült werden, denn die Kläranlagen halten nicht alles zurück und die Umwelt wird dadurch belastet. Nachfragen in der Apotheke oder beim zuständigen Abfallverwerter geben Auskunft zur richtigen Entsorgung. Werden Medikamente im Restmüll entsorgt, sollten sie in einer blickdichten Tüte fest verschlossen werden und am besten erst am Vorabend der Müllentsorgung in die Tonne gegeben werden, sodass Missbrauch vorgebeugt wird. Nicht zu vergessen ist auch die regelmäßige Kontrolle des Verbandkastens im Auto, auch hier kann es zu Schädigungen des Materials kommen.

Was gehört in die Hausapotheke? Sinnvoll sind: Mittel gegen Fieber und Schmerzen, Durchfall und Verstopfung; Wunddesinfektionsmittel, Salben für Brandverletzungen und Sportverletzungen; Halstabletten; Fieberthermometer, Einmalhandschuhe zum Schutz vor Infektionen, Splitterpinzette, Desinfektionsmittel, Kühlkompressen ( Aufbewahrung im Kühlfach), Erste-Hilfe-Anleitung. An Verbandmitteln gehören sterile Kompressen zur keimfreien Wundabdeckung, Mullbinden verschiedener Breiten, Heftpflaster, Verbandpäckchen in mehreren Größen, Pflasterstrips für kleinere Verletzungen, Verbandwatte, Dreiecktuch und Sicherheitsnadeln und Verbandklammern zur Fixierung von Verbänden und eine Verbandsschere in die Hausapotheke.

Diabetes

Die Lust auf Süßes ist uns Menschen angeboren; denn um gut zu funktionieren, ist der Körper auf Zucker angewiesen. Der Körper stellt die Glukose aus der Nahrung selbst her, denn sie wird zum Atmen, Laufen und Denken gebraucht. Beim Verdauungsprozess werden Kohlenhydrate aus zum Beispiel Vollkornprodukten, Obst und Gemüse oder auch Hülsenfrüchten so lange zerlegt, bis Glukose vorliegt. Dieses sind Zuckermoleküle, die dann durch die Wand des Dünndarms in die Blutbahn gelangen. Von dort aus werden sie im ganzen Körper verteilt und geben somit den Zellen der Organe die nötige Energie. Die Glukose kann nur dann von einer Zelle aufgenommen werden, wenn die Bauchspeicheldrüse genügend Insulin bildet; dieses Hormon erleichtert das Aufnehmen des Zuckers durch die Zellen. Die Glukose im Blut steht dann als Energielieferant zur Verfügung.

Ein Problem entsteht dann, wenn der Zucker nicht mehr in die Zellen gelangen kann, weil sie schlechter auf Insulin ansprechen; dann verbleibt er im Gefäßsystem und die Blutzuckerwerte steigen. Für eine gewisse Zeit kann der Körper durch erhöhte Insulinproduktion (mehr, als bei einem gesunden Menschen nötig wäre) diesen Zustand ausgleichen, dieses wird von Medizinern dann schon als Vorstufe des Typ-2-Diabetes Prädiabetes genannt. Das Fatale daran ist, dass man es in der Regel nicht spürt; der Hausarzt kann bei einem entsprechenden Verdacht mit einem oralen Glukosetoleranztest jedoch feststellen, ob ein erhöhtes Risiko für Diabetes besteht. Mit dauerhaft zu hohen Blutzuckerwerten steigt die Gefahr für Schäden an Nerven und Blutgefäßen und das erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder weitere Folgeerkrankungen wie Augenerkrankungen, Nierenschäden oder Taubheitsgefühl in den Beinen (Polyneuropathien). Übergewicht kann ebenfalls die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes begünstigen; dann braucht der Körper mehr als das 20-fache an Insulin im Gegensatz zum Normalgewicht. Jedoch kann auch ein normalgewichtiger Mensch von einer Insulinresistenz betroffen sein. Wenn in einer solchen Situation noch eine zuckerreiche Ernährung dazukommt, für die dann schnell viel Insulin nötig ist, reicht das, was die Bauchspeicheldrüse produzieren kann absolut nicht mehr aus. Zucker ist dann Gift. Die Kombination von Zucker mit gehärteten und ungesättigten Fetten wie in Schokolade, Keksen oder Kuchen ist dann fatal, weil man wegen der hohen Energiedichte schnell zunimmt, nicht wirklich satt wird und schnell wieder Hunger hat.

Aber nicht nur die offensichtlich süßen Nahrungsmittel treiben den Zuckerkonsum in die Höhe, in Speisen wie Fertigpizza, Ketchup, Früchtemüsli oder auch Dosenravioli und anderem verstecken sich hohe Zuckermengen. Laut neuester Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation sollten weniger als 10 Prozent der Kalorienmenge pro Tag in Form von Zucker aufgenommen werden, besser sogar nur unter 5 Prozent. Das entspricht etwa 25 g Zucker (ungefähr 6 Teelöffel); eine Herausforderung, aber machbar. Wichtig ist ein Blick in den Einkaufswagen, um sich vor Zuckerfallen zu schützen; erhebliche Mengen stecken auch in fettreduzierten Speisen oder auch Diätmenüs, um das fehlende Fett als Geschmacksträger zu ersetzen. Fruchtsäfte oder Fitnessriegel haben einen hohen Anteil an Fructose, also Fruchtzucker, der im Übermaß auch schädlich ist. Er läßt im Gegensatz zur Glukose zwar den Insulinspiegel nicht ansteigen, fördert aber bei regelmäßiger Aufnahme eine Fettleberbildung. Laut Ernährungsexperten stellt der in unverarbeiteten Früchten vorhandene Fruchtzucker jedoch kein großes Problem dar, weil die verzehrte Menge zu gering sei. Apfelsaft in der verarbeiteten Variante (handelsüblich) jedoch enthält bei 200 ml etwa 20 g Zucker, auch wenn keiner extra zugesetzt wurde. Werden Glukose und Fruktose in großen Mengen zusammen aufgenommen, zum Beispiel durch Haushaltszucker oder Limonaden, läuft die Fettsynthese in der Leber auf Hochtouren. Wird dann vermehrt Fett in die Leber eingebaut, können krankhafte Veränderungen dieses Organs entstehen, die von Ärzten als nicht-alkoholische Fettleber bezeichnet werden. Immer mehr Menschen sind von den Mengen an Fruktose massiv überlastet, denn sie ist in fast allen Fertigprodukten enthalten; Zucker dient nicht nur als Geschmacksverstärker, sondern auch als Konservierungsmittel. Deshalb raten Ärzte dringend von industriell gefertigten Lebensmitteln, die zugesetzten Zucker, Fruktose, Glukose oder Glukose-Fruktose-Sirup enthalten, ab. Die Inhaltsstoffe stehen in der Zutatenliste auf der Verpackung, und je weiter vorn eine Zutat aufgeführt ist, desto mehr ist davon enthalten. In den Nährwertangaben findet man Hinweise zum Zuckergehalt, oft unter der Bezeichnung Kohlenhydrate zusammengefasst. Die Bezeichnungen sind nicht immer sehr verständlich, aber im eigenen Gesundheitsinteresse sollte sich jeder Verbraucher mit den Ernährungsgrundlagen beschäftigen und beim Einkauf auf diese wichtigen Fakten achten. Einen Schutz vor Diabetes bietet auch mehr Bewegung, generell gesündere Ernährung (unverarbeitete Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Gemüse, Vollkornprodukte, Obst, weniger Fleisch und ungesättigte Öle), Gewichtskontrolle und Verzicht auf Rauchen und Alkoholkonsum.

Thrombose

Das Blut, das mit fünf bis sechs Litern ständig durch den Kreislauf eines jeden Menschen zirkuliert, hat mehrere wichtige Aufgaben. Es transportiert Nähr- und Abfallstoffe und Sauerstoff an ihren Bestimmungsort, es kann Krankheitserreger bekämpfen, ist an der Regulierung der Körpertemperatur beteiligt und kann bei Verletzungen verklumpen. Eben diese Fähigkeit der Gerinnung stellt sicher, dass wir wegen eines kleinen Schnittes nicht sofort verbluten, sondern dass sich die Wunde wieder verschließt. Dieser Schutzmechanismus kann aber zur Gefahr werden: wenn das Blut in den Gefäßen verklumpt.

Ein solcher Blutklumpen oder Propf heißt in der Fachsprache Thrombus, ein Blutgerinnsel. Solch ein Gerinnsel kann nicht nur Gefäße verschließen, sondern als Folge auch die Lungen „lahmlegen“. Laut Experten sterben in Deutschland jährlich etwa 40000 Menschen an einer solchen Lungenembolie. Ärzte warnen, dass dennoch Thrombosen von vielen noch unterschätzt werden. Es gibt drei Faktoren (die Virchow’sche Trias), die einzeln oder zusammen zu einem Gerinnsel führen: ein verlangsamter Blutfluss in den Gefäßen durch z.B. lange Bettlägrigkeit, beschädigte Gefäßwände und drittens eine erhöhte Gerinnungsneigung. Nicht nur Alte und Kranke sind von Thrombosen betroffen, sondern auch durchaus bisher Gesunde und jüngere Menschen. Um die Entstehung eines Blutgerinnsels vorweg zu vermeiden, empfehlen Mediziner vor allem Bewegung; die Muskelpumpe der Beinmuskulatur wird durch Radfahren, Spazierengehen, Langlaufen, Schwimmen oder Treppensteigen stark gemacht und fördert somit den Blutfluß in den Beinvenen ( wo Thrombosen besonders häufig entstehen) und halten den Kreislauf auf Trab. Trainingsformen wie Krafttraining oder Bodybuilding sind nicht geeignet, hier kann der erhöhte Druck die Venen noch zusätzlich belasten.

Langes Stehen und Sitzen ist ebenfalls schlecht für die Venen; in vielen Berufen ist das aber kaum zu vermeiden. Doch auch während der Arbeit können Übungen zur Venengymnastik mit wenig Aufwand durchgeführt werden: die Füße können unter dem Schreibtisch bewegt werden und im Stehen kann man auf den Füßen „wippen“.  Ausreichend trinken und Übergewicht abbauen sind ebenfalls Faktoren für gesunde Blutgefäße. Nicht alle Risikofaktoren lassen sich jedoch mit Vorsorgemaßnahmen ausschalten; eine erbliche Veranlagung oder steigendes Alter erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose. Zudem kann bei Frauen eine Schwangerschaft oder die Einnahme der Antibabypille die Gefahr von Thrombosen erhöhen; ebenso eine Tumorerkrankung. Selten ist ein Faktor der Auslöser, meist macht das Zusammenspiel von zwei und mehr Faktoren den Unterschied.

Internationale Studien haben belegt, daß sich Krankenhausaufenthalte und Operationen eindeutig negativ auf das Risiko für ein Blutgerinnsel auswirken. Ohne entsprechende Vorbeugung erleiden bis zu 80 Prozent aller Patienten auf chirurgischen Stationen eine Venenthrombose. Die Bettlägrigkeit nach Eingriffen, besonders an Gelenken, macht die Entstehung von Gerinnseln wahrscheinlicher. Hier setzt die in Deutschland überall standardisierte Thromboseprophylaxe in Form von Medikamenten (niedermolekulares Heparin als Blutverdünner) und Thrombosestrümpfen an. Manchmal müssen Patienten nach stationärer Behandlung wegen einer Thrombose weiter auch nach dem Klinikaufenthalt Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen. Grundsätzlich ist die medikamentöse Thromboseprophylaxe für alles und jeden nicht zu empfehlen, wie zum Beispiel auf Langstreckenflügen. Hier brauchen nur bestimmte Patienten entsprechende Arzneien und stimmen das mit ihrem Arzt ab; Reisende sollten ansonsten Stützstrümpfe tragen, ausreichend trinken und an Bewegung denken, so bleibt das Blut im Fluß. Warnsignale für eine Thrombose sind: Spannungsgefühle und Schwellungen an Knöcheln, Unterschenkeln oder dem ganzen Bein; einseitige Wadenschmerzen, die nicht nachlassen und sich wie Muskelkater anfühlen; die Überwärmung eines Beins und in fortgeschrittenem Stadium die Blauverfärbung der Haut und geschwollene Knöchel. In diesen Fällen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden!